#65 Dritter Theit, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. IIl. Kap. 766
fuß geſetzet, wie in angefuͤhrtem Corp. Conſt. March. IV. Th. J. Abth. II. kap. umſtaͤndliHer ann,,
11. Damit auch die Heiden ihre graͤnzen unverrukt behalten mögen, ſo iſt in der A. 1720. herausgegebenen Holzordnung befohlen, daß die auf den Graͤnzbaumen eingehauene Kreuzer von den Forſtbedienten in gegenwart der angraͤnzenden Beſitzer alle 10 bis 12 jahr erneuert werden ſollten.
12. Welchergeſtalt die Heiden vom Eisregen und vom Glateis A. I 741. ſehr mitgenommen worden, Davon iſt oben J. K. ́. XXI. ſi 553. gehandelt worden: und welchergeſtalt Raupen und Kaͤfer ſelbigen ſchaͤdlich gewefen, wird unten 5. X XXIII. vorkommen.
XXIII. Weil der Glaßhuͤtten hier gedacht worden, ſo wollen wir ſelbige als ein zubehör der Holzungen hier auch mitnemen. Und zwar iſt die aͤlteſte J. die bei Grimnitz, als welche vor 1602. ſchon geſtanden, und in ſolchem jahr im ſtande geweſen das Land diſſeits der Oder, und diſſeits und jenſeits der Elbe, anch die nachbaren mit glas zuvberſehen, und deshalb alles auswaͤrtige gruͤne glas in einer verordnung von eben dem 1 602. jahr verbohten worden; aus welcher zugleich zuerſehen, daß es bis dahin was ungewoͤhnliches geweſen. Sie hat da geſtanden, wo Jochimsthal, ſonderlich das Gymnaſium und nachmahlige Amtshauͤſer geſtanden, und iſt bei deſſen ſtiftung A. 1607. ſonderlich wegen verwuͤſtung der Heiden eingegangen; iedoch nach dem dreißigſaͤhrigen Krieg bei dem Grimnitzer See wieder angeleget worden, und wird 1655. eine Neue Glashütte genennet, in welcher die erſte probe wieder gemachet, und fremdes Glas verboten worden. Corp. Conſt. IIl. B. V. Th. II. Abth. III. Kap. ſ. 170. ꝛc. Sie iſt ietzs noch im ſtande und macht gruͤn Glas. Als dieſe, wie gedacht eingegangen, wurde
2. an deren ſtelle 1698. eine zu Marien: walde in der Neumark angeleget, und fremdes Glas einzufuͤhren verboten 1611. 20 Jan. c. L ſ. 171. Iſt 1667. im ſtande geweſen und iſt noch ie6o imſtande. Es fein aber eigentlich zwei hieſelbſt befindlich: eine nahe bei dem Amthauſe, in welcher unter andern auch Weiſſe, Perlfarbene und Schwarze Glaͤſer verfertiget werden; und war die weiſſe mit gebrannter Kornaſche, .= 26 gewiſſen ſchwarzen
n/ ſo auf dem daſigen felde angetroffen wird. Die He| ö
3. Unweit davon bei Kloſterfelde, au welcher nur. wirt..|
lll. Theil der art. Jiſt,.
4. Auf dem Drewitz in der Neumark hat eine geſtanden ums jahr 1666. oder 1667,
wie aus den verordnungen, die in den folgen
den jahren ergangen, zuerſehen. Ingleichen
5. zu Regentin auch in der Neumark, welche um ehen die zeit ſchon geſtanden. Auch hat
6. der Landgraf von Heſſen eine Glashuͤtte bei Neuſtat an der Doſſe angebauet, welche 1692. im ſtande geweſen, Glas zuliefern, fü laut Churfuͤrſtl, verordnung auch hat ſollen eingefuͤhret werden; iſt aber bei gutem fortgang der Spiegelmanufaktur wieder eingegangen.
7. Bei Pinnow im Nieder Barnimſchen Kraiſe hat ein Holzſchreiber aus Berlin, namens Hauer, eine angeleget, welche nach aufwand des uͤberfluͤßigen holzes wieder einge
ſtellet worden.
8. A. 1696. iſt zu Koͤlln a. d. S. eine Glashuͤtte zu feinen, auch dikken glas, zum ſchleifen, auch runde die Franzſiſche uͤbertreffende
Fenſterſcheiben zumachen angeleget worden:
die auch zwar guten fortgang gehabt und deßwegen fremdes glas 1696. 14 Jun. verboten, nach erreichtem zwek aber auch wieder aufgehoben, und an deren ſtzle mit heſtaͤndigem fortgang.
9. Die herrliche Glas und KriſtallHütte bei Potſtam bald hernach und noch bor 1700. von Sr. damahls Churfuͤrſtlichen Durchl. Friedrich Ill. angeleget worden, und unter S. K. M. Friedrichs Wilhelm regierung ſehr empor gekommen, indem die ſchoͤnſte ahrt beides von Kreidenglas und Kriſtall, und von dieſem die koſtbahrſte aufs ſauberſte geſchliffene aufſaͤtze von Trinkglaͤfſern und Pokalen geliefert worden. Welcher aufzuhelfen ſchon 1700. 1 Jul. 1709. 2 Jul. und 1713. 20Ft. alles fremde Glas verboten, im leztern auch der preis des Potſtam. trinke glaſes ſehr gemaͤßiget worden. Corp. Conſt. IV. Th. Il. Abth. Il. K. n. 32, 36. ſ. 113, n. 40. ſ. 117. n. 51. ſ. 129. 1 720. 21. Fehr. Dieſelbe iſt aber wegen des ſtarken HolzaufHR A. 1737. aufgehoben, und an deren telle
10. die Zechliniſche Kriſtallenglashuͤtte eine meile von Zechlin, unweit Rheinsberg
wieder aufgerichtet; auch 11. eine Glashuͤt
te zu Gruͤnenglaß, der gegend angeleget, und bei der gelegenheit eine groſſe gegend zu akker und wieſewachs gemachet worden.
12. Die bei Korin in der Liepiſchen Heide iſt A. 1705. erbauet, an der ſtelle aber ein vorwerk angeleget, und die Glashuͤtte A. 1747. dem Amte Korin naͤher gelegt worden, und iſt ietziger zeit noch im ſtande.
Cec 2 13. Bei