Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1021
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d 1.

gen, von neuem ergriffen, und gleich Dielen andern ſeinen groſſen Thaten ruͤhmlich, und zwar auf eigene und alleinige koſten ausge­fuͤhret. Und hat man den ehemaligen raht­ſchlaͤgen nach den See zu Muͤlroſe, als in

welchen die Schlube fleußt, gleichſam zum

Fundament geſetzet, und aus demſelben den Graben nach beiden ſeiten abgefuͤhret, und zwar nach der Spree gerades weges zu, nach der Oder aber theils neben der Schlube hin, wie bald anfangs und am ende deſſelben nach Wriezig zu geſchiehet, theils durch die Schluhe gefuͤhret, wie bei und diſſeits Lindow geſchehen, doch nirgends das Saͤchſiſche ge­biet zuberuͤhren. Die laͤnge deſſelben er­ſtrekt ſich in allen auf drei Teutſche meilen: die hreite iſt 5 Rheinlaͤndiſche ruhten, die tiefe ſechs fuß, und ſein nach der Spree zu

23 Schleuſen, durch welche er 12 fuß tief

in die Spree abfällt; nach der Oder zu aber 113 geſetzet worden, durch welche er bei 6öo fuß hinunter bis an die Oder gehet, daß alſo dieſe auf 50 fuß tiefer als die Spree zu liegen befunden worden. Der anfang damit iſt A. 1662 gemacht, und A. 1668 alles ge­endiget worden, welchemnach vorgeruͤhmter Churfuͤrſtlicher Amtsraht Matthias mit den Breßlauiſchen und Hamburgiſchen Kaufleu­ten in uͤberlegung getreten, und nachdem er ihnen allen zweifel won beſtaͤndigkeit und un­terhaltung des Grabens benommen, anbei die verſicherung gegeben, daß Se. Churfuͤrſtl. Durchl. die Schiffahrt und den Handel mit allem eifer zubefoͤrdern gnaͤdigſt genei­get, und nicht gemeinet waͤren, die durch den Graben gehende guͤter mit einigen neuen zoͤl­len oder auflagen zubeſchweren, ſondern es allerdings hei den alten zoͤllen zu Maͤlroſe, Fuͤrſtenwalde, Berlin wie ſolche vor alters geweſen, bewenden zulaſſen; ferner auch gezeiget, daß die uͤherbringung der wah­ren vermittelſt dieſes Neuen Grabens viel geſchwinder, als ſonſten geſchehen, man auch der umladung entübriget fein würde; ſo iſt in den folgenden jahre 1669 mit der durch­fahrt ein anfang gemachet, und ſein am 27 Februar, 9 März durch befoͤrderung der 8 Schmettauer zu Breßlau fünf groſſe derkaͤhne, derer Schiffer Andreas Freiberg geheiſſen, mit 28 Garnefaſſen, 4 Röͤhtfaſſen, und 13 tonnen wachs von Breßlau abgefah­ren, welche den 8, 18 März durch den Neuen Graben gegangen, den 12, 22 Maͤrz zu Ber­lin e. AM ſofort. 13 Maͤrz in uten umgeladen, und nach Hamburg fort­geſchikket, anbei eine.=. an die Zollbedienten in Dero Landen mitge­M. Theil der art. Hiſt.

102. Vierter Theil, 1 Abth. Von den gflůſſen der Mart Brandenb. M Kap. 1022

geben, und zugleich die auswaͤrtige Zollbe­diente erſuchet worden, den Schiffer nir­gends uͤber zwei ſtunden aufzuhalten, ſon­dern weil es die erſten waͤren, ſo von Breß­lau ah die Oder hinunter durch den Neuen Graben auf die Spree, Havel und Elbe nach Hamburg verſchiffet wurden, ſie aufs ſchleu­nigſte zu befördern, damit man eine probe ha­hen koͤnne, wie geſchwinde die guͤter von Breß­lau durch den Neuen Graben, ob ſelbige gleich zu Berlin aus den Oderkauhnen und ſchuten umgeladen würden, nach Hamburg geſchiffet werden koͤnten; welches auch fo erfolgt, und haben nicht allein die Churfuͤrſtl. ſondern auch die Luͤneburgiſche und Meklenburgiſche Zoll­

bediente den mitgegebenen ſtundenzeitel un

terſchrieben, und dem Schiffer alle befoͤrde­rung darauf erwieſen. Nachdem auch die Kaufmannſchafft zu Breßlau erfahren, daß

dieſe erſte abſendung der guͤter durch den

Neuen Graben wohl von ſtatten gegangen, und an allen orten gebuͤhrender eifer zu ſchleuniger befoͤrderung der guͤter angewendet

worden: ſo haben die Herren Schmettauer

und andere Kaufleute zu Breßlau alſofort wieder vier groſſe Oderkaͤhne mit guͤtern bela­den, und durch den Neuen Graben nach Berlin geſandt, welche auch am 1 April allda wohl angelanget, und gleichwie zuvor in Hambur­giſche Schuten umgeladen worden. Es hat ſich auch begehen, daß ein Schiffer von Ham­burg, Hans Friedenreich, mit zo laſten Luͤne­burger Salz durch den Neuen Graben gegan­gen, und auf der Oder an die Niederlage zu Frankfurt angelanget, allwo die Leute aus Frankfurt haufenweiſe an die Oder gekom­men, und mit verwunderung angeſehen, daß Hamburger Schiffe von dem Neuen Graben, bis auf die Niederlage angelanget, welcher ie­doch mit zuruͤlkeladung aufgehalten worden. Als auch die Stat Frankfurt wegen ihrer bis dahingehandhabten Jurium auf der Oder un­terthaͤnigſt erinnerung gethan: ſo haben Se. Churfuͤrſtl. Durchl. fie verſichert, daß wann ſie die Schiffahrt, ſo viel an ihnen, allen fleiſſes befördern wurden, ſie ihrenthalben fer­ner gnaͤdigſte verordnung thun wollten beſage Reſcr. von 5 Nob. 1669. Indeſſen iſt von der zeit an die durchfahrt zu groſſen

nutzen der handlung auf der Oder und Elbe,

und unſterblichen ruhm des Groſſen Chur­fuͤrſten Friedrich Wilhelms und deſſen wuͤr­digſten Nachfolgere Koͤnigll. Majj. in Preu­ßen beſtaͤndig fortgeſetzet worden, und in un­veraͤnderlichen gebrauch bis auf dieſe ſtunde verblieben.|