Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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3 Finfter Theil, L Buch. IX. Kap. Von der Stat Arneburg.

ſelbſt an. Unten im IV.. werden wir ei= nen Thitmar und feine Grafſchaft Thit­

mari comitatum antreffen, deren auch Ot­

to L in dem ſtiftungsbrief des Kloſters Ber: gen, in Meibomii Chronico Monaſt. Ber­genſ. ſ. 1. Opp. T. Ill. ſ. 290 ſchon A. 936, und in einer urkunde des Stifts Quedlin­burg in Maderi Antiquit. Brunſv. ſ. 105. A. 937. gedenket. dieſer Thitmar hat zu Henrichs Lund Otto l zeiten gelebet, und iſt A. 959. in dem krieg wieder die Wenden ge­blieben. Annal. Saxo in Eccard. Scr. II. ſ. zoo. Nachgehends findet ſich Bruno, welcher A. 977. verſtorben: Bruno Comes Arneburgenſs miles per cuncta laudahilis obiit II. Kal. Decembr. Annal. Saxo, der es dem Ditmaro ad h. a. Leibn. Scr. Be. T. I. ſ. 343 abgeborget, iedoch dieſen, der Har­neburgenſis ſchreibet, verſtaͤndlicher ge macht. Wann es richtig iſt, daß beim Dit maro ſ. 355. ad a. 998 anſtat Bernaburg, oder wie Annaliſta Saxo beim Eccard I.. ſ. 367. hat, Hornaburh, muͤſſe Arneburg ge: leſen werden, wie ganz wahrſcheinlich iſt: ſ. oben J. Th. J. K. V.§. ſ. 9: ſo hat der Kai­ſer Otto dieſes ſchlos bei feiner abweſenheit dem Erzbiſchof Gieſeler anvertrauet, und dieſer es ſchlecht wieder die Wenden behaup­tet, wie wir unten X. 5. ſehen werden; welches iedoch geſchehen, weil der Markgraf Lotharius nicht zugegen, und vieleicht in an­gelegenheiten des Kaiſers auch abweſend ge­weſen, der ſonſt die aufſicht druͤber gehabt, cuius Lutharii curam eivitas praedicta tunc reſpiciebat. Ditmar. ſ. 556 und mit ihm Annaliſta Saxo am angef. o. A. 1006. komt Graf Wernizo oder Wernharius in Kaiſers Henrichs II. gnadenbrief vor, ſ. un­ten V. 5§. Civitatem Arneburg totam in Pago Beleſem in comitatu autem Wernizonis ſitam: welcher daß er Lotharii ſohn geweſen, auch am angef. orte des Ditmari und ſ. 396. ingleichen dem Annal. Sax zuerſehen, auch daß er ſeines vaters ehrenſtellen erhal­ten: wiewohl er ſelbige durch eine begange­nemordthat auch wieder verlohren. Es wird aber hier bon an ſeinem ort weiter gehandelt werden: inzwiſchen kann Eccar. Gen. Princ. Sax. L. Il. c. V. p. 4. des Hrn. Archiv. Nol­ten Diſſ. de famil. Veltheim. und des Hrn. Ref. Schoͤtchens Leben des Gr. Wiprechts, ingl. des Hn. Hofr. Lenzens Grafenſaal hier von geleſen werden, welcher leztere davon im V. K. umſtaͤndlich handelt. Inzwiſchen) hat der aufenthalt des Kaiſers und der Gra­fen allerhand leute von verſchiedenen ſtande

4 nach ſich gezogen, bis endlich eine fle

Stat daraus entſtanden, wozu. die lage an der Elbe nicht wenig mag bei getra­

gen haben. Das Schlos iſt ietzo zwar öde;

mag aber ehedem ein ſchoͤnes gebaude gewe, ſen ſein. Es iſt in die laͤnge gehauet und naͤhſt dabei eine Kapelle, in welcher A. 1712 annoch etliche zweifach gewdlbete theile hor­handen, ſo dem anſehen nach eigentlich zum

Gottesdienſt gebrauchet worden. Das uͤbri,

ge theil, fo auch mit gewoͤlben verſehen,

mag zur wohnung oder andern behaͤltnüſen für die Hofſtat fein gebrauchet worden. In

dem thurm waren gleichfals noch zwei ges woͤlbe übereinander, beginnete aber alles dachlos zuwerden, und folgends einzugehen; haͤtte auch wohl wegen der noch vorhande­nen guten gewoͤlben, und inſonderheit der ſchoͤnen ausſicht auf die Elbe verdienet erhal ten zuwerden: inſonderheit da es uͤberdem mit einer ſtarken mauer beſchloſſen, der ganzen Schlosplatz aber noch mit einer ſon­derlichen und ziemlich hohen mauer und fie fen graben vor derſelben umgeben geweſen; daher es auch in den bald anzufuͤhren den freis heiten, eine Veſte, die Veſte zu Arne

burg, und in der oben J. K. VIl. 5. ſ. 2.4.

angeführten verſchreibung von A. 1196. Burchwardum, ſonſt auch Caſtrum genannt wird: allein die zeit hat ſich davon meiſter gemacht, und man iſt der zeit zuvor gekom­men, die mauern meiſtentheils abgebrochen und die ſteine zum neuen bau und ausbeſſe­rung einiger Buͤrgerhauͤſer angewendet. Der graben aher iſt noch in gutem ſtande.

Ill. Dieſe wegen höhe des orts und er um gelegener niedrigungen ſehr anmuhtige lage hat auch verurſachet, daß unterſchie dene Markgrafen und Markgraͤfinnen alhier ihren(ig. genommen, des Albrechts Gra­fen von Arneburg, Albrechts des Baͤren ſohns, der hier fein antheil hekommen, nicht zu gedenken, ſo hat Markgraf Ludwig der Aeltere, hieſelbſt verſchiedene gnadenhriefe gegeben, mithin ſich hier gar oft aufsebak­ten, wie aus verſchiedenen briefen zuerſchen fein wird. Ferner die Markgraͤfinnen Anna, Markgraf Hermann witwe, und Inge burg, Markgrafen Ludwigs des Jingern aus der Baieriſchen linie Witwe und nach mahls vermählte Sräfinzu Holſtein, wel che dieſen ort nebſt Seehauſen, Werben und andern zu ihrem Witwen ſis gehabt, wie ihre bald hernach folgende titulat ur, u. dleſer Sta

ertheilte freiheiten bon A 1384 zeigen 2