Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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5 Günfter Theil, IL Buch. IL Kap. Von det Stat Perlberg. 46

frequentetur honoribus,& ut Chriſti fide­les eo libentius cauſa devotionis confluant, ad Eandem& ad reparationem, Conſer­vationem& manutentionem hujus, ma­nus promptius porrigent adjutrices, quo ex hoc dono celeſtis gratie uberius con­ſpexerunt ſe refertos, omnibus& ſingu­lis Chriſti fidelibus vere penitentibus& confeſſis utriusque ſexus, qui prefatam Capellam, in ejusdem Sancte Crucis, Bea­te Marie Virginis, Sancte Anne, Marie Magdalene, Margrete Virghis, Fabiani Se­baſfiani Martirum, omnium ſanctorum feſtivitatibus eorundem, nec non qui in quatuor Caſihus Salvatoris Domini noſtri ſeſu Chriſti ibidem in quolibet caſu quin­que Pater noſter& totidem Ave Maria cum uno Symbolo devote oraverit de omnipotentis Dei gracia& Beatorum Pe­tri& Pauli Apoſtõlorum Ejus confiſi nec non glorioſe ſemperque Beate Marie Vir­ginis ac Laurentij& Conſtantij Martyrum Eecleſie noſtre Patronorum, quotiens premiſſa fecerunt quadraginta Dies Indul­gentiarum de injunctis ſihi penitentijs mi­ſericorditer relaxamus. Preſentes quoque

erpetuis temporibus durabunt. Datum Her anno Domini Milleſimo Quin­genteſimo Sexto decimo Die Sabbati Dio­decima Menſis Januarij Curie noſtre Si­gillo preſentibus ſup appenſi.

Jetziger zeit fein bon der Kapelle kaum noch einige uͤberbleibſel om gemauͤer zuſehen: die einkuͤnfte aber genieſſet ebenfals die S. Jakobskirche.;

Von den Kalandsbrüdern, welche hier auch ihren aufenthalt gehabt, wird unten in den Kirchengeſchichten nachricht erfolgen.

VIII. Von dem Schulhauſe iſt beizufuͤ­gen, daß ſolches A. 1710 abgebrochen, und an deſſen ſtat ein neues nahe bei dem Witte­bergerthor auf der mauer erbauet, auch mit einem flügel von der ſeite zur rechten vergröͤſ­ſert worden: bei aufrauͤmung des Schul­platzes hat man biel leichen an einander, und zwar auf den geſichtern geleget gefunden, lauter volkommene koͤrper, und nach den knochen nach ganz ſtark, auch mit ganzen zaͤhnen. Man vermuhtet, daß es leichen der alten hier getoͤdteten Tempelhern geweſen, welche daſebſt ihre wohnung und thor ſollen gehabt haben.;

Das Nahthaus lieget in der länge an dem markt, hat oben weſtwaͤrts die audienzſtu­be und vorher einen langen ſaal, auf wel­

chem die Gewandſchneider und Tuchmacher in den Jahrmaͤrkten feil haben.

Wobei zugleich der Rulandsſaule auf dem markte zugedenken, welche darin etwas ſon­derliches hat, daß ſie baͤrtig iſt, da die an­dern ſich mehrentheils ohne bahrt vorſtellen. Sie ſtehet auf der II. Tabelle n. 1.

Noch iſt ein beſonder anſehnliches Haus zu ſehen, fo ganz von der Stepenitz umfloſſen und der Wall genannt wird, welches von denen von Winterfeld erbauet worden, deren wapen auch noch daran befindlich: ſonſten aber in gemeinen ſachen, ſo biel man weis, von keinem ſonderlichen belang iſt, wie es dann auch vor alters eine ſchesbare ſtelle geweſen.

X. Von dem Bürgerlichen Zuſtande dieſer Stat iſt vorlaufig zumelden, daß ſel­bige, gleich wie die ganze Prignitz von al­ters her, auch ſchon zu der Anhaltiſchen Markgrafen zeiten eine beſondere Stat und ein zubehör der Mark Brandenburg gewe­ſen. Und lieſet man zwar, daß ſich ein Herr von Putlitz davon genennet, in den Stepe­nitziſchen urkunden, Otto Ghans von Per­

lenberghe von A. 1270. S. Stepenitz.

Geſch. in dem folg. IX, K. II. 5. Es mag aber ſein, daß er einen anſehnlichen hof darin gehabt, wie denn dergleichen exempel hin und wieder zufinden. Sie iſt aber dennoch in den lezten jahren gedachter Anhaltiſchen Markgrafen unter den Herren zu Meklenburg und abſonderlich Graf Henrichen dem Liz wen,(dann der Herzogliche tittel iſt eine zeit hernach erſt dieſen Herren beigeleget wor: den) geſtanden, der fie hernach ferner A. 1322 an feinen Vetter Henrichen den Juͤn­gern aus der Wendiſchen, oder, wie in der urkunde ſtehet, Schweriniſchen linie auf ge­wiſſe bedingungen verpfaͤndet, auch Raht und Buͤrgerſchaft zu Perleberg, mit gewiſ­ſen vorbehalt ſo wohl der Stat rechte, als des ruͤkfals, daß nemlich, dafern dieſer Hen­rich ohne Erben abgehen ſolte, ſelbige an Herzog Henrichen den Löwen, wieder heim­fallen ſolte, huldigen laſſen. Die gegen­berbindung, welche beides Graf Henrich und Naht und Buͤrgerſchaft zu Perleberg einan­der gegeben, werden nicht unangenehm ſein, dieſem ort einverleihet zuwerden, und vers halten ſich folgender maſſen:

Der Stat Reverſales: Nos Confules& Univerfitas Ciwitati Perleberghe recognoſci­mus publice per preſentes quod ex Juſſu ſpeciali Mobiles Vmiri Domini Hlinrici Domini Magho­

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