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Eine ungekannte Welt : Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben / von Judäus
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trafen. Alle haben sie bereits Einlaß gefunden in die Gnaden­pforte Gottes, und sie besiegeln diese wiedererlangte Ver­söhnung mit Gott durch den Vorsatz, daß sie in der neuen Zeit­spanne, die ihnen Gottes Gnade gewährt, sie nichts mehr weg­locken, nichts mehr wegdrohen solle von der treuen Nachfolge Gottes, von jetzt ab ist und bleibt Gott die einzige Macht, der sie sich fügen.

Siebenmal ruft's die Gemeinde zu den Sternen empor, die eben an ihrer Himmelswacht den Ausgang des Tages und den Anbruch des neu gewählten Lebens verkünden.

Der dröhnende Hall dieses ersten Rufes ruft den traum­verlorenen, in sich versunkenen Unglücklichen in die Wirklich­keit zurück. Er ruft laut und mit der ganzen Kraft seiner Seele:Vater, Gütiger, gib mir meine Jugend wieder, gib mir meine reine Seele und meinen ungebrochenen Körper wieder! Vater, wenn Du mir dieses Wunder gewährst, gelobe ich Dir in dieser Nc 'ila-Stunde, daß mich keine Macht der Erde Dir und Deinem heiligen Willen je wieder entfremden soll, dann will ich ein neues Leben beginnen, an dem Du und alle braven Menschen ihre Freude haben werden! Vater, Vater, gib mir meine Jugend wieder!"

Und der Vater über den Sternen hat den Wunsch erfüllt. Es war ein achtzehnjähriger Jüngling, den die Uebermüdung des Tages in den Schlaf gesenkt hatte und ihm im Traume das Bild vorführte, welches sein inneres Seelenleben so tief be­wegte, daß sein ergriffenes Innere noch die geisterhaften Fäden nach dem Erwachen weiter wob.

Und der Jüngling hat seinen Vorsatz nicht nur in der NeUa-Stunde noch durch sein '«n wn sondern auch durch die