Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 46, Blatt 15 [Neue Nr. 3254] (1908) Neudamm : [geologische Karte] / geognostisch und agronomisch bearb. durch H. Schroeder und Th. Woelfer
Entstehung
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Oberflächenformen und geologischer Bau des weiteren Gebietes

Der Vergleich des in Norddeutschland allgemein verbreiteten Diluviums mit den gleichaltrigen Bildungen Skandinaviens und der Alpen und das Studium der noch vorhandenen Gletscher haben zu der Überzeugung geführt, daß Norddeutschland einer Inlandeisbedeckung unterworfen war, deren Ursprunggebiet sich im N. Europas befand. Dem letzten Abschnitte dieser Ver­eisung verdanken nun die Schichten, welche die Hochflächen der Mark zusammensetzen, größtenteils ihre Entstehung; nament­lich ist daran die Rückzugsperiode des Eises aus seinem weit nach S. reichenden Verbreitungsgebiete in hervorragender Weise beteiligt. Untersuchungen der Geologischen Landes­anstalt haben ergeben, daß dieser Rückzug in einer Zone FeldbergOderbergZehdenMohrinRostin von einer Zeit des Stillstandes des Eisrandes unterbrochen war, als deren Ergebnis der Aufbau eines vielfach aus Blöcken bestehenden Walles an­zusehen ist. Das Inlandeis besaß also hier eine Rand- oder zeit­weilige Endmoräne, die im N. der Blätter MohrinWartenburg und Rosenthal verläuft.

Innerhalb dieser Blätter erscheint die neumärkische End­moräne nur an wenigen Stellen in der bezeichnenden und der am leichtesten feststellbaren Form des auf weite Strecken ge­schlossen fortstreichenden Blockzuges zwischen Grundmoränen­landschaft als Hinterland und Sandr als Vorland. Trotzdem kann kein Zweifel darüber aufkommen, daß die Haupteisrand­lage in diesem Gebiete nahezu die gleiche W.-O.-Erstreckung besessen hat, wie auf Blatt Zehden. Meist wirre, nur selten eine bestimmte Richtung einhaltende Hügel und schuttkegelartig geböschte Kies- and Geröllmassen, die nur selten durch Bei­mengung von zahlreichen Blöcken zur Blockpackung werden, grenzen in einer häufig auffallend geraden Linie nördlich an Ge- schiebelehm, dessen Oberfläche mit großen Blöcken besäet ist und in wirrem Durcheinander von Hügel und Senke die bezeichnenden Formen der bewegtenGrundmoränenlandschaft" aufweist. In dieser Form verläuft die Eisrandlage auf Blatt Mohrin über SO. Groß-Wubiser, S. Mohrin und Guhden, und nach einer Unter­brechung zwischen Vorwerk Charlottenhof und Neuvorwerk, nach WNW. von Gossow auf Blatt Wartenberg über N. von Gossow,