Heft 
Band 17
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» SPA Agrarlandschaft Prignitz-Stepenitz(ca. 940 Ind.),

» SPA Mittlere Oder(ca. 860 Ind.),

* SPA Unteres Elbtal(ca. 700 Ind.),

* SPA Uckerniederung(ca. 640 Ind.),

* SPA Havelländisches Luch(ca. 480 Ind.),

» SPA Rhin-Havelluch(ca. 350 Ind.).

In EU -Vogelschutzgebieten rasteten zum Zählter­min ca. 55% des brandenburgischen Gesamt-Rast­bestandes.

Rasthabitat

Die Goldregenpfeifer wurden vor allem auf Äckern angetroffen(79%), überwiegend auf Winterge­treide und frisch gepflügten Äckern, 15% hielten sich auf kurzgrasigem Grünland auf. Eine relativ geringe Bedeutung hatten abgelassene Teiche(6%, Tab. 2). Somit unterscheiden sich die Rasthabitate im Herbst gegenüber dem Frühjahr deutlich. Zur Hauptdurchzugszeit Februar/März werden vorran­gig kurzgrasige Grünlandflächen genutzt(vgl. z. B. DITTBERNER& DITTBERNER 1993, DITTBERNER 1996, HaA­FERLAND in ABBO 2001).

Deutliche Unterschiede hinsichtlich des Rastha­bitats zeigen sich bei einem Vergleich der beiden Zählungen im Oktober 2003 und im Oktober 2008. Während im Jahr 2003 knapp 40% der rastenden Goldregenpfeifer auf kurzgrasigem Grünland an­zutreffen waren(in der Uckermark waren es im Zeitraum 1964-1992 sogar durchschnittlich 45%; DITTBERNER& DITTBERNER 1993), lag der Anteil 2008 nur bei knapp 15%. Dagegen wurden 2008 mit 79% deutlich mehr Vögel auf Ackerflächen festge­stellt(2003 60%). Beim RasthabitatAcker war mit 41% das Wintergetreide die überwiegend auf­gesuchte Kultur(2003 nur 14%). Dagegen waren

Otis 17(2009)

2008 auf Schwarzacker nur 31% des Rastbestandes zu finden, während im Jahr 2003 hier der weitaus größte Teil rastete(64%).

Eine Erklärung für diese erheblichen Unter­schiede zu finden, ist schwierig, zumal bei zwei Schnappschüssen im Abstand von 5 Jahren auch Zufallseffekte eine große Rolle spielen können. Die Zählung 2008 erfolgte zwar eine Woche später als im Jahr 2003, doch dürfte dies die Rasthabitatseig­nung nur unwesentlich beeinflusst haben. Tatsache ist allerdings, dass einerseits der Grünlandanteil in den letzten fünf Jahren in Brandenburg zurück­gegangen ist(z. B. von 2007 zu 2008 um 6%) und dass andererseits Stilllegungsflächen insbeson­dere im Jahr 2008 in überwiegende Ackernutzung genommen wurden. Zudem verringert sich auch zunehmend der ökologische Wert des Grünlandes durch die schleichende Intensivierung der Grün­landnutzung. Angesichts dessen, dass der Nieder­gang der Kampfläufer-Rastbestände im Frühjahr in den Niederlanden mit einer deutlich reduzierten Gründland-Qualität erklärt wird(RAKHIMBERDIEV et al. 2009), sind Auswirkungen auch auf die Rastver­breitung der Goldregenpfeifer durchaus denkbar.

Fast alle Goldregenpfeifer waren mit Kiebitzen vergesellschaftet(99% des erfassten Gesamtbe­standes, 88% aller Trupps), wobei das durch­schnittliche Verhältnis zwischen Goldregenpfeifer und Kiebitz bei 1:9 lag.

Eine Vergesellschaftung mit weiteren Limiko­lenarten wurde- wie auch im Oktober 2003- nur in der Uckermark festgestellt, wo neben Kiebit­zen zweimal Kiebitzregenpfeifer und im Teichge­biet Angermünde je einmal Mornellregenpfeifer, Kampfläufer, Waldwasserläufer, Dunkler Wasser­läufer, Alpenstrandläufer und Bekassine anzutref­

Tab. 1: Rasthabitate des Goldregenpfeifers in Brandenburg im Oktober 2003(n= 13.890 Ind.) und im Oktober 2008

(n= 14.458 Ind.).

Table 1: Habitat use by resting Golden Plovers in Brandenburg in October 2003(n= 13.890) and October 2008

(n= 14.458), respectively.

m

2003

Rasthabitat Anzahl(Ind .)

Anteil(%)_

2008 Anzahl(Ind .) Anteil(%)

Acker(gesamt) 8.470 Acker, gepflügt 5.400 Wintergetreide 1.225 Raps 980 Mais-, Getreidestoppeln 865

Grünland 5.400

60,1 11.468 79,3 63,7 4.469 30,9 14,5 5.879 40,7 11,6 858 5,9 10,2 262 1,8 39,8 2.120 14,7

Teich, abgelassen 20 0,1 870 6,0