Zusammenarbeit analysieren oder Globalisierungsansätze, die von einer zunehmenden Internationalisierung und( daher) Homogenisierung von Interessen und Akteuren ausgehen, einschließlich einer damit einhergehenden staatenübergreifenden Differenzierung und Regionalisierung von Problemfeldern, Akteuren und Handlungsebenen der Politik. Historische Entwicklungstendenzen des internationalen Systems ( etwa Imperialismus und Kolonialismus) sollen hier eingehend berücksichtigt werden. Formen außenpolitischer Entscheidungsprozesse sowie Strategien zur Durchsetzung und zum Abgleich von Interessen werden am Beispiel ausgewählter Staaten, darunter der Bundesrepublik Deutschland, gesondert behandelt und analysiert.
( 4) Öffentliche Verwaltung und Organisationstheorie Schwerpunkte sind hier zum einen die theoretischen, institutionellen und prozeduralen Grundlagen des öffentlichen Sektors in Deutschland und im internationalen Vergleich ( horizontale und vertikale Differenzierung, innerer und äußerer Aufbau, Politikverflechtung, institutionelles Kontinuum zwischen öffentlich und privat etc.), zum anderen die wesentlichen Theorieansätze und Konzepte der Organisations- und Verwaltungsforschung( Bürokratie, Inkrementalismus, Institutionenökonomie, Verwaltungskultur, Verwaltung und ihre Umwelt etc.).
( 5) Spezielle Soziologie
Für die verschiedenen Teilbereiche der Soziologie siehe die spezielle Studienordnung für Diplom- Soziologie. Das soziologische Lehrangebot untergliedert sich in die Bereiche: • Soziologische Theorie,
Methoden der empirischen Sozialforschung, Sozialstrukturanalyse,
Organisations- und Verwaltungssoziologie, • Soziologie der Geschlechterverhältnisse. Die Bereiche können alternativ gewählt werden.
( 6) Regierungsorganisation
Der Bereich Regierungsorganisation beschäftigt sich mit den Institutionen und Verfahren des Regierungsprozesses. Im Mittelpunkt stehen die der Exekutive zugerechneten Akteure, insbesondere die Regierung, die Ministerialverwaltung und andere politisch bedeutsame Verwaltungseinheiten von Bund, Ländern und Kommunen, in denen politische Maßnahmen formuliert, durchgeführt und evaluiert werden. Neben der Diskussion um Voraussetzungen, Verlaufsformen und Folgen politisch- administrativer Entscheidungsprozesse geht es in diesem Vertiefungsbereich um die Reformbestrebungen von Regierung und Verwaltung sowie um die Beziehungen und Konflikte zwischen Regierung, Parteien, Verwaltung, Parlament und Verbänden( z.B. administrative Interessenvermittlung, Politikberatung) im deutschen und im international vergleichenden Kontext.
( 7) Kommunal- und Regionalpolitik
Den Schwerpunkt bilden in diesem Bereich Untersuchungen aktueller Entscheidungsprozesse sowie Modernisierungs- und Reformansätze in der lokalen Politik und Verwaltung. Interessen und Strategien der beteiligten Akteure bei Verwaltungsreformvorhaben werden analysiert ( Gebietsreformen, Funktionalreformen, innere Verwal
tungsreformen). Besonderes Augenmerk wird der Einführung neuer Steuerungsmodelle in der Kommunalverwaltung geschenkt, auch hinsichtlich der Konsequenzen für das Verhältnis von Politik und Verwaltung. Regelmäßig angebotene Projektseminare dienen der vertieften Analyse solcher Ansätze, insbesondere in den neuen Bundesländern. Regionalpolitische Entwicklungen bilden einen zweiten Schwerpunkt. Dabei werden- neben den institutionellen Entwicklungen- besonders die unterschiedlichen Strategien staatlicher Akteure zur regionalen Entwicklung untersucht. Besonderes Augenmerk wird Entwicklungsprozessen in der Region Berlin- Brandenburg gewidmet.
( 8) Europäische Politik und Verwaltung
Obwohl die Europäische Union kein eigenständiges Staatsgebilde darstellt, haben sich in Brüssel und Straßburg Organisationsformen und Regelungsstrukturen herausgebildet, die alle Merkmale eines Regierungssystems aufweisen. Die politisch- administrativen Strukturen und Prozesse des EU- Parlaments, der Kommission, des Ministerrates, der zahllosen Komitees und Ausschüsse stehen daher im Zentrum dieses Schwerpunkts. Neben den Handlungs- und Regelungskompetenzen der Akteure werden die Verfahren der politischen Willensbildung und Interessenvermittlung in ausgewählten Feldern vergemeinschafteter Politik untersucht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Verwaltungshandeln von EU- Institutionen im Spannungsfeld zwischen europäischer Integration und nationalstaatlichen Interessen.
( 9) Politikfeldforschung( Policy- Analyse)
Die Policy- Analyse rückt die materielle Dimension von Politik, d.h. die Inhalte der Staatstätigkeit in bestimmten Politikfeldern in den Mittelpunkt. Im einzelnen geht es um die Erklärung der Ursachen, Verlaufsmuster und Wirkungen politischer Programme und Entscheidungen sowie um die Probleme politischer Steuerung in unterschiedlichen Politikfeldern wie der Umwelt-, der Sozial- oder der Medienpolitik. Zu diesem Zweck werden die Instrumente staatlichen Handelns sowie die Rolle gesellschaftlicher bzw. staatsnaher Organisationen in die Analyse einbezogen. Die PolicyAnalyse bedient sich sowohl der Gesetzgeber- wie auch der Adressatenperspektive, um Aufschlüsse über das Problembearbeitungsverhalten staatlicher und privater Akteure zu gewinnen. Politische Steuerung und gesellschaftliche Selbstregelung finden gleichermaßen Berücksichtigung.
( 10) Internationale Organisation und Verwaltung Die Rolle internationaler staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen und deren Verwaltungen als Akteure in der internationalen Politik steht im Mittelpunkt der Lehrveranstaltungen in diesem Bereich. Binnenstrukturen, Arbeitsweisen und Entscheidungsprozesse in diesen Institutionen sollen vorgestellt und analysiert werden. Beispiele hierfür sind sowohl globale( UN- Kernorganisationen, WTO, Weltbank, IMF u.a.) als auch regionale politische, ökonomische, militärische bzw. kulturelle Organisationen( ASEAN, IDB, ADB, OSZE, OAU u.a.). Besondere Aufmerksamkeit gilt den nichtstaatlichen internationalen Organisationen, sowie deren Spezifik und Wechselwirkung mit staatlichen Institutionen.
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