abcr nach dem Verlaufe von zehn Jahren, in denen die Kirche noch nicht erbaut gewesen zu sepn scheint, der Bi» schof Meinhard die Anordnung seines Vorgängers be. stätigte, befahl er zugleich, daß, wenn die Wenden von ihren heidnischen Gebräuchen nicht abließen, man sie fortjagen mid christliche Bewohner an ihre Stelle setzen sollte'). Diese Drohung, oder wahrscheinlicher, die wirkliche Ausführung des Kirchcnbaues scheint geholfen zu haben: denn jene Dörfer sind Mit den Deutschen bis auf das vermuth- lich ciugcgangene Honlege erhalten, während dagegen die» jenigen von Slaven bewohnten Orte der Mark Brandenburg, in denen wir ein ähnliches Bestreben, dieselben von den alten heidnischen Gebräuchen, durch welche sie den Sachsen verhaßt wurden, abzuziehcn, und sie zu gemeinschaftlichen Interessen mit den christlichen Landbewohnern- zu verbinden, nicht wahrzunchmen oder zu vermuthcn Ursache haben, wie z. B. in den vielen Slavischen Klosterdörfern am Arendsee, dieselben bald verfallen oder einge» gangen sind. Kuhzehreslorp ist das heutige Kühstorf und Modenburg Mahnburg, welche mit Mutzing, dem heutigen Mützingen, Billerbcck, Liedern, Schafwedel, früher Scap- wedele, Gladebecr, früher Cladenvorde genannt, und mit dem jetzt eingcgangencn Dorfe Dembrow, im heutigen Lü» ncburgschen Gebiete, während Düllcsberg, heute Dülseberg,
Kap. X- Ep. 1^6. Gercken Diplom, veler. Älarcli. Thl. II. S. 1Ü7.
1) Gercken a. a. O. S. 161. Eine solche Vertreibung der Slaven, welche der Bekehrung zum Christcnthume abbold blieben, wie sie hier angedroht wird, scheint nicht selten — vielleicht bei mitwirkenden Gründen ökonomischer Klugheit — in Anwendung gebracht worden zu seyn. Auch der Abt vom AniMinischcn Kloster Niendorf ließ die strenge Strafe über viele Slawendörfer in Er- füllung gehen. Beckmann's Anhalt. Historie.