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schnaufend an der Furt und schreckte Menschen und Tiere. Einmal hockte es sich einem Arbeiter auf und ließ ihn erst los, als er in Angstschweiß gebadet in Wilkendorf in seine Haustür treten wollte.
Mündlich aus Gielsdorf.
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2. Aufhocker bei Prötzel, Prädikow und Sternebeck.
In Prötzel zeigen sich zu Zeiten nachts am Brennereigraben und vor dem Schloß Gespenster, die den Vorübergehenden schrecken und sich von ihm eine Strecke tragen lassen. Manchmal ist es ein großer Hund mit feurigen Augen, dann wieder ein Mann ohne Kopf, der dort umgeht. Einige sagen, der Mann sei der ,, olle Ploat"; andere erzählen, der alte Graf Kameke, und noch andere meinen, es sei der alte Baron. Aehnlichen Spuk will man am Gamensee, am Galgenberge und Stanitzsee, zwischen Prötzel und Prädikow, und am Giebelpfuhl, zwischen Prötzel und Sternebeck, gesehen haben. Mdl. aus Prötzel.
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3. Der tote Salzfuhrmann aus Haselberg.
( Der Tote erscheint selbst).
War da einmal ein roher, tückischer Bauer gewesen, der brachte eine Fuhre Salz von Freienwalde nach Haselberg. Als er an den steilen Wurzelberg kam, an dessen Fuß ein kleiner Unkenteich liegt, konnten die Pferde den schweren Wagen nicht heraufziehen. Er hieb erbarmungslos auf die Tiere, und als das nicht half, fing er ganz gottvergessen an zu fluchen und rief Hölle und Teufel zum Beistande. Plötzlich erhob sich ein furchtbarer Sturm und warf Fuhrmann, Wagen und Salz in den Pfuhl, der seitdem der Salzpfuhl heißt. Die Pferde liefen querfeldein und kamen schweißtriefend in Haselberg an. Der Fuhrmann aber hat da unten keine Ruhe gefunden; er sitzt nachts auf dem Berge, und wehe dem Wanderer, der dort vorüber will! Das Gespenst hockt hinten auf, und er muß es im Schweiße seines Angesichts tragen, wohin der Ruhelose verlangt, bis der erste Hahnenschrei ertönt. Dann ist er frei.
Oberbarnimer Kreiskalender 1911.
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II. Sagen von Wunderbergen.
1. Der Wunderberg bei Sternebeck.
Bei Sternebeck, an der Grenze von Prötzel, liegt der Wunderberg mit seinen Steinkreisen. Der Sage nach soll ein Schäfer vor Zeiten hier einen Irrsteig( ein sog. Labyrinth) von Steinen, die aber heute gänzlich verfallen, nicht mehr in ihrer ursprünglichen Ordnung liegen, auf diesem Hügel angelegt haben.
v. Ledebur, Die heidn. Altert. des Regbz. Potsdam. Berlin 1852. S. 83. Lokalitätsbericht aus Sternebeck 1843.
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2. Der Wunderberg bei Gielsdorf.
Ungefähr in der Mitte zwischen Gielsdorf und den alten Steingräbern bei der Gielsdorfer Mühle liegt dicht am Wege ein flacher Hügel, auf dem heute eine Birke und ein Mehlbeerbaum steht. Er heißt seit alter Zeit der Wunderberg. Oben auf ihm und auf seinem Abhange lagen früher viele große Steine, aber nicht auf Haufen. Es schien, als ob sie zufällig so hingelegt waren; wenn man aber genauer hinsah, merkte man, daß