Heft 
(1927) 36
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oder Kehrichtbehälter herabgesunken oder führt im Kellerwinkel oder auf dem Dachboden ein dunkles Dasein. Bald wird der Tag kommen, wo die letzte Tiene nur noch im Märkischen Museum erzählt von alter Pracht und Herrlichkeit. Vgl. Taf. I- III.

Bericht über die Wanderfahrt vom 19. Juni 1926.

Bei günstigstem Wetter, nach vorhergegangenem Regen, wurde die Fahrt nach Werder a. Havel um 1,30 Uhr nachmittags vom Potsdamer Bahnhof aus angetreten. Bereits vom Zuge aus fiel die ganz ungewöhnlich starke Blüte des Holunders auf, die wohl mit der lang anhaltend feuchten Witterung im Frühjahr zusammenhängt.

Nach kurzem Marsche durch die alte Dorfstraße wurde auf halber Höhe des Kesselberges Halt gemacht, und Herr Dr. Hilzheimer erläuterte an Hand einer geologischen Karte die wahrscheinliche Entstehung der um­liegenden Landschaft, in der diluviale Reste in der Gestaltung des Allu­viums richtunggebend mitgewirkt haben.

Er trägt dabei eine von der meistausgesprochenen Anschauung abweichende Erklärung für die bemerkenswerte Richtungsveränderung des alten Strombettes vor, das er noch im Zuge des Glindow- und Ples­sowsees erkennen zu sollen glaubt.

Herr Rektor Kreische aus Schöneberg gibt im Anschluß daran einige Hinweise auf die Entwicklung des Obstbaues, der hier noch nicht ein so hohes Alter habe, wie gemeinhin geglaubt werde. Der Kesselberg sei danach der letzte gewesen, der für die Obstkultur in Angriff genommen worden sei.

Die Wanderung führte nun in nordwestlicher Richtung auf der Höhe längs des Plessowsees, der linkerhand ab und zu durch Waldlücken sichtbar wird, über ein Wiesenstück, um dann zu einer kleineren Höhe an­zusteigen, welche von einer die umgebende Landschaft weithin beherr­schenden Lindengruppe bekrönt ist.

Eine kurze Rast gibt Herrn Pötters Gelegenheit, von zwei lokalen Sagen Kenntnis zu geben. Gleichzeitig bekundete ein Scherbenfund eines Mitgliedes, daß diese Anhöhe in vorgeschichtlicher Zeit menschliche Be­siedelung getragen hat.

Nach weiterem, landschaftlich reizvollem Marsche hart über dem Seeufer gelangt man zu dem Rittergute Kemnitz. Dieses ist durch Zukauf bäuerlichen Besitzes aus den im Landbuche Kaiser Karls IV.( 1375) aufge­führten 6 Hufen des, Prefectus" entstanden und vermutlich bis zum Jahre 1598 ununterbrochen im Besitze der Familie von Rochow gewesen. In diesem Jahre erwirbt es Thomas v. Görne, von dem es 10 Jahre später ein Hans v. Rochow zurückkauft. Nach 1650 finden wir wiederum einen v. Görne in seinem Besitz. Danach erwirbt Carl v. d. Marwitz den Ritter­