Heft 
(1927) 36
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Ergänzungen in Backstein unter dem Sims, sowie die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1755 geben Zeugnis davon. Der hölzerne Turm erhielt seine heutige Gestalt, nachdem er, ebenfalls durch Blitzschlag, im Jahre 1830 zerstört worden war.

Der Platz, auf dem sich die Kirche erhebt, wird als alter Burgwali angesprochen. Urnen, Pfeilspitzen und Steinbeile sind in der Nähe gefun­den worden.

In Fortsetzung der Wanderung um das Nordende des Sees herum gelangen die Teilnehmer an eine Lichtung, auf der sich ihnen unerwartet ein Bild unerhörter Zerstörungslust darbietet. Das feste Haus Zolchow" ( vergl. Märk. Forschungen Bd. V, Berlin 1875, von Hofrat L. Schneider) war einst ein von Wall und Graben umgebenes, dreistöckiges Schloß, das eine interessante Geschichte hat. Nachdem sein letzter Besitzer, ein v. Rochow, es, nach Abtragung des obersten Geschosses, als Scheune ver­wendet und schließlich ganz im Stiche gelassen hatte, genügten wenige Jahre, um aus dem stattlichen Gebäude, das der Familie viele Jahrzehnte Schutz und Obdach geboten hatte, einen traurig- öden Trümmerhaufen werden zu lassen.

Alles, was irgendwelchen Wert besaß, wurde rücksichtslos heraus­gebrochen, was brennbar war, von Landstreichern jeder Art zum Feuer­machen verbraucht. Ein betrübendes Merkmal für den besorgniserregen­den Mangel an Achtung vor überliefertem Kulturgut bei der gegenwärti­gen jüngeren Generation! Voll berechtigter Entrüstung und ehrlichem Zorn über einen derartigen Vandalismus steigt nur ein Zweifel in dem Be­schauer auf, wen die schwerere Schuld trifft, den, der seiner Väter Hab und Gut so schnöde im Stiche läßt, oder diejenigen, die sich an fremdem Besitz so gewissenlos vergriffen.

Manch gutes Stück märkischer Arbeit, u. a. mehrere Oefen aus dem Anfange des 18. Jahrhunderts, ist hier verlorengegangen.

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Bald geht es weiter nach Plessow, wo für die jetzigen Eigentümer, Herr Dr. v. Rohr, wiederum in entgegenkommendster Weise den Mitglie­dern einen reizvollen Einblick in die Wohnkultur einer märkischen Land­adelsfamilie gestattet. Auch hier wohltuende Schlichtheit in der Ausstattung der Räume, die sich angenehm unterscheidet von mancher Ueberladenheit heutiger bürgerlich wohlhabender Einrichtungen. Auch dieser Rittersitz geht auf die Zeit der deutschen Kolonisation im 13. Jahrhundert zurück. Nur 24 Hufen gar weist das Landbuch für die Siedelung aus, aber obwohl ebenfalls 1 Hufe für den Pfarrer verzeichnet ist, hat sich von der alten Kirche leider nichts erhalten.

Das Gutshaus ist im Laufe der Zeit größer ausgebaut worden als das Kemnitzer. Im ersten Stock läßt der Deckenstuck trotz der kürzlich vorgenommenen anderen Aufteilung der Räume erkennen, daß ihn ursprünglich ein großer Saal in seiner ganzen Ausdehnung eingenommen hat. Zwei Flügelgebäude sind nachträglich angebaut, ein kleinerer abge­brochen worden. Das Dachgeschoß ist wohl im 18. Jahrhundert nach französischen Vorbildern ausgebaut worden. Der Park, der, wie noch

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