Heft 
(1927) 36
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zu gehörenden Albrechts Teerofen. Auch mit der Klein Machnower Torfstichgräberei ward eine Auseinandersetzung vorgenommen. Simon verkauft It. Kaufvertrag an die ,, Berlin- Potsdamer Eisenbahn- Gesell­schaft" unterm 18. 4. 41 von seinem Anwesen eine Ackerparzelle von 102 Quadratruten und von seiner Wiese eine Parzelle von 45 Quadratruten. Auch auf die Aufhütungsgerechtigkeit" wirkt der Bahnbau ein. Simon und die Büdner von Albrechts Teerofen werden zur Verfechtung ihrer Ansprüche zu den Verhandlungen zugezogen. Ueber deren Ausgang ver­lautet allerdings nichts, doch liegt die Annahme nahe, daß diese Forde­rungen abgewiesen worden sind.

Simon erscheint später als Gutsbesitzer und als Amtmann( 1851), 1856 sogar als Ortsvorsteher. Die von ihm in langen Jahren gesammelten Schriftstücke in Sachen des Zapfenzinses sind von ihm aus in den Besitz seines späteren Amtsnachfolgers Beyer geraten.

Damit schließen unsere Akten. Wir erfahren zwar nicht allzu viel, was für die Vorgeschichte von Kohlhasenbrück von Belang wäre, immer­hin aber gewinnen wir einen Einblick in die Verhältnisse, unter denen die preußische Verwaltungsbehörde Anlaß fand, ihren auf alten Verord­nungen fuẞenden Standpunkt gegenüber den Forderungen eines Mannes wie Simon zu behaupten.

Von der Geschichte und den Bewohnern eines altberliner Patrizierhauses*).

Von Prof. Robert Mielke.

Als die Kurfürstin Dorothea 1693 auf ihrem Vorwerke Monbijou die spätere Dorotheenstadt anlegte, konnte sie nur einen recht mittelmäßi­gen Ackerboden zur Verfügung stellen, der sich nördlich als Wiese, stel­lenweise als Sumpf absenkte. Der Name Modderloch am Ende der Neu­städtischen Kirchstraße läßt die Beschaffenheit dieser Stelle ahnen und zugleich die Schwierigkeiten, die bei dem Bau des Bahnhofes Friedrich­straße und der Untergrundbahn zu überwinden waren. Im Süden wurde die neue Stadt von einem Graben begrenzt, der vom Werderschen Festungsgraben abbog und die Grundstücke zwischen Linden und Behrenstraße im Verlauf der Rosmarinstraße bis Linden Nr. 5 lief und hier nordwärts bis zur Spree abfloß. Ein paralleler Graben verband diese Mündungsstelle zwischen Georgen- und Dorotheenstraße mit dem Wer­derschen Festungsgraben. Alle diese Wasserläufe waren mit Wall und Palisaden befestigt. Der mit der Anlage beauftragte Ingenieur Blesen­dorf sah drei Längsstraßen vor: die vorderste Reihe, die spätere Straße Unter den Linden, die mittlere und die letzte Reihe, die heutige Mittel­und Dorotheenstraße. Die Georgenstraße ist erst Ende des 18. Jahr­

*) Die Unterlagen für diese Arbeit sind den Akten der Berliner Baupolizei und des Grundbuchamts der Stadt Berlin entnommen, deren Vorstände in dankens­werter Weise die Einsicht gestatteten. Andere Quellen sind angegeben.