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Volke so unwillig ertragene Kaffeeregie unter Friedrich dem Großen. Der König hatte, um das Staatsmonopol auf den Kaffee auch wirksam durchzuführen, in allen bedeutenderen Städten Kaffeeniederlagen und-Brennereien einrichten lassen, die den Preis des Kaffees zugunsten der Staatskasse erheblich verteuerten und die bekannte Karrikatur des Königs mit einer Kaffeemühle veranlaßten, die er unter dem Jubel der Bevölkerung niedriger hängen ließ. Die Einrichtung dieser Brennereien erfolgte nach englischem Vorbild durch den General- Rendanten Sapté, der lange Zeit in London gelebt hatte. Dieser war also jetzt Besitzer der Häuser und ließ auf dem Hofe ein kleines, massives Gebäude, 24 m lang, 18 m tief und 11 m hoch, errichten, mit geradem Dach,..worin die Königl. Geh. Accise und holländische Administration Coffe brennen lassen will". Mit dem Tode des Königs wurde das Monopol aufgehoben; Sapté aber verkaufte die Häuser 17 und 18 1789 für 52 000 Taler an den„ Königl. Opern- Mahler Bartholomeo Verona", der in diesem Jahre noch verschiedene Umbauten beabsichtigte. In seiner Familie blieben die Häuser, nachdem auch die Grundstücke in der Behrenstraße zurückgekauft waren, bis zum Jahre 1861. Doch mit einem kurzen Zwischenbesitz, dessen Einzelheiten nicht klar zu erkennen sind.
Wie schon gesagt, hatte der Schwedtsche Bauinspektor Leitner das Freihaus 1795 erworben. In demselben Jahre noch verkaufte er das Haus mit dem dahintergelegenen, bis zur Behrenstraße reichenden Garten an eine Frau Hofmarschall von Marwitz, geb. Dorville; diese aber veräußerte im nächsten Jahre Nr. 18 umgekehrt an Leitner, wobei es unklar bleibt, auf welche Weise jene in den Besitz dieses Hauses gelangt ist. Wir erfahren dabei aber, daß auf dem Hause ein Grundzins von 2 Talern 14 Sgr. und 5 Pfg. lag. Dem Leitner war es offenbar darum zu tun, die einzelnen Grundstücke des Montolieuschen Besitzes wieder zu vereinigen. Er war auch Eigentümer des in der Behrenstraße gelegenen Grundstücks, denn er erwarb das Haus Unter den Linden mit dem freyen Fleck nach der Bärenstraße" für 20 000 Taler, mit dem Zaune, den er zu unterhalten und für Wein- und Baumanlagen freizuhalten hatte. Daraus ist zu ersehen, daß in der Behrenstraße noch nicht alle Grundstücke bebaut waren. Aus einer Zeichnung Leitners von 1796 im Grundbuchamte geht hervor, daß er das hinter dem Marwitzschen Garten gelegene Terrain besaß und hier ein Haus errichtet hatte, hinter dem zwei Seitengebäude einen Hof umschlossen. Er hat also das freigebliebene Grundstück an der Behrenstraße bebaut. Ich habe den Eindruck, als habe Leitner die Grundstücke von vornherein als Spekulationsobjekte betrachtet, die er bei guter Gelegenheit weiterverkaufen wollte. Der Käufer war der Maler Verona, der schon 17 und 18 erworben hatte und von 1799 an sämtliche Parzellen des Montolieuschen Besitzes in seiner Hand vereinigte. Nach seinem Testamente hatte er die beiden Lindenhäuser für 52 000 bezw. 25 000 Taler, die in der Behrenstraße für 19 500, 25 000 und 17 200 Taler erstanden. Das war ein recht ansehnlicher Besitz von insgesamt 138 000 Talern, was auch unter Anrechnung der darauf lastenden Hypotheken für einen Opern
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