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und Dekorationsmaler recht ansehnlich erscheint, um so mehr, als seine Frau und Kinder 1816 in ihrem Hause Nr. 16 oder 11 wohnten, das also auch Veronascher Besitz war. Da auch Nr. 19 dem nachmaligen Schwiegersohn des Verona, dem Ingenieur- Hauptmann Blesson, gehörte, so hatte der Veronasche Besitz einen erheblichen Umfang.( Taf. IV, 1.)
In den Hausakten von Nr. 17 wird einmal erwähnt, daß Verona beide Grundstücke, also Unter den Linden 17 und 18, ererbt habe; doch dem widerspricht das Testament mit seinen Ankaufssummen. Ausgeschlossen ist es aber nicht, daß er die Summen als Abfindung an andere Erben ausgezahlt habe. Jedenfalls ist der anscheinend aus Florenz stammende Verona ein rastlos tätiger Mann gewesen, der es wohl verstand, das Seinige zusammenzuhalten und zu vermehren. Er wird als Opernund Dekorationsmaler bezeichnet; doch stammen die Verzierungen an den Logen, der Plafond vom Parterre des Hoftheaters von ihm. Auch der Obergeschoßsaal der Meierei auf dem Nordzipfel der Pfaueninsel ist von ihm 1795 für 430 Taler ausgemalt.) In dem 1. Jahrgange der Monatshefte der Brandenburgia sind zwei Veronasche Gemälde, der Dom im Lustgarten und der Schloßplatz mit der Stechbahn, veröffentlicht, die eine recht geschickte Hand erkennen lassen. Daß er als Künstler nicht unbedeutend war, geht aus dem Berliner Adreßbuch hervor, in dem er 1802 als ordentlicher Assessor des akademischen Senats erscheint. Jedenfalls ist er ein recht gutsituierter Mann gewesen.
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Als Mieter des Hauses Nr. 17 nennt das Adreẞbuch von 1799 den Generalmajor von Tempelhoff und die Artillerie- Akademie, die im Hintergebäude untergebracht war und das alte Palais auch mit dem preußischen Heere in eine engere Verbindung brachte. In Nr. 18 wohnte der Geh. Rat Du Four, während Verona seine Wohnung in Nr. 20 hatte. In dem Hause des Schwiegersohnes Blesson, Nr. 19, war die bekannte Gräfin Lichtenau als..Witwe Rietz" Mieterin, die dort auch am 9. Juni 1820 68 Jahre alt an einem Leberleiden gestorben ist und in einem Gewölbe der Hedwigskirche beigesetzt wurde. Auch der Staatsminister von Hardenberg hat eine Wohnung in einem der beiden Lindenhäuser, 17 oder 18, gehabt. Der Maler Verona starb 1813 in einer Zeit, die noch stark unter den Nachwehen der Unglücksjahre 1806 und 07 zu leiden hatte. In seinem 1814 publizierten Testamente ist die Generaldirektion der königlichen Schauspiele als Schuldnerin mit 12 300 Talern aufgeführt, die sie ihm offenbar an Jahresgehältern schuldig geblieben war. Auch der Staatskanzler von Hardenberg war nicht in der Lage, seinen Mietzins rechtzeitig zu bezahlen; er ist an derselben Stelle mit 380 Talern Mietschulden angeführt.
Als Erben des großen Besitzes traten seine Frau Sophie, geborene Perrin, um 1780 in Fontainebleau geboren, und seine beiden Töchter Sophie Wilhelmine Caroline, verehelichte Musikus Jakob Peter Joseph Rode, und Caroline Constanzia, verehelichte Blesson, den Besitz an. Die verschiedenen Häuser mögen wohl die Abfindung der Töchter er
7) Denkmalpflege 1925, S. 59.