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suchen. Kunth starb während der Ausführung an den Folgen einer im Kriege gegen Frankreich erhaltenen Verwundung, und Dr. Lossen übernahm die weitere Bearbeitung. In wahrhaft weitblickender Weise stimmten die Gemeindebehörden Berlins dem Vorschlage Lossens zu, über die notwendigsten, für den besonderen Fall der Kanalisation berechneten vorzunehBedürfnisse hinaus eine möglichst gründliche Untersuchung men. So wurde an der Hand der Kunthschen und der Lossenschen Arbeiten ein Werk geschaffen, das die Stadt Berlin zu ihren schönsten Denkmälern rechnen darf. Hier hat die Stadt der Wissenschaft zugleich natürlich sich selbst einen Dienst geleistet, auf den sie sehr stolz sein darf und der mit seinen Folgen noch weit in die Zukunft hinein nachwirken muß. Das auf Grund eingehendster Forschungen und fassendster geologischer Kenntnisse geschaffene Werk) besteht aus einem 1119 Seiten starken Bande, der Darstellung von nicht weniger als 20 farbigen Profilen nebst zahlreichen Nebenprofilen und einer Karte Berlin, die auch für die Behrendtsche Karte der geologischen Landesanstalt zur Grundlage gedient hat. Die gründliche und gewissenhafte Arbeit Lossens gibt uns Aufschlüsse über viele der verwickeltsten Rätsel Berliner Urgeschichte. Um so erstaunlicher ist es, daß die Lossenschen Ergebnisse in den Darstellungen der Berliner Geschichte und auch in der mit so vielem Eifer und so großer Liebe betriebenen Einzelforschung über Fragen unserer ältesten Stadtgeschichte während der letzten vier Jahrzehnte so gut wie gar keine Rolle spielen. Nur an einigen Beispielen sei hier erläutert, welche Aufschlüsse man aus Lossens Arbeit hätte schöpfen können.
von
Seit Fidicin³) schleppt sich durch fast alle Bücher über Berliner Geschichte die Ansicht, daß die ,, Lange Brücke", jetzt ,, Kurfürstenbrücke" genannt, früher bis zur Poststraße gereicht habe. Ein einziger Blick auf Lossens Karte und seine Profile zeigt, daß ein derartiges Bauwerk ein Unfug gewesen wäre. Niemals ist eine Brücke länger gemacht worden, als die Notwendigkeit es verlangte. Es galt nur, die Spree und die anzu überbrücken. Sobald schließenden Sumpfstreifen an beiden Ufern man auf trockenen Sand stieß, hatte man guten Baugrund, und der TalSolger sand beginnt, wie die Karte zeigt, weit vor der Poststraße. glaubt sogar, daß eine Verwechselung der Langen Brücke mit dem Mühlendamm vorliege, was ich allerdings für ganz ausgeschlossen halte.
Ein zweites Beispiel. Der„ Schleusengraben", also der die Cöllner Insel südlich umfließende Spreearm, wird auch heute noch von einigen als ein künstlich angelegter ,, Graben" betrachtet. Die Lossensche Karte und beinahe noch deutlicher die Lossenschen Profile belehren uns, daß der ,, Schleusengraben" in seinem ganzen Laufe der letzte Rest eines uralten Spreearmes ist, dessen ursprüngliche Breite dessen ursprüngliche Breite wir nur abzulesen
4) Der Boden der Stadt Berlin. Berlin 1879 S. 988:„ Mehrzahl der in Karte und Profil verzeichneten Axlinien eher den Wert einer mehr oder weniger hypothetischen Ergänzung als den positiver Ergebnisse." Dagegen S. 893: ,, Ehemaliges Dünenbild wiederhergestellt." ,, Ehemaliges Relief möglichst treu."
5) Hist. dipl. Beitr. V. S. XIX. Woher hat Fidicin seine Nachricht über die noch im 14. Jahrh. überschwemmte Wiese?
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