Heft 
(1927) 36
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stehung wie überhaupt Berliner denen der wohl Urstromtäler seiner genannten Diesen Widerstreit der Fachgenossen wesentlich unterscheiden. Meinungen auszutragen, ist Sache der Geologen. Vielleicht wäre es empfehlenswert, Solgers Vorschlag anzunehmen und den Begriff des Spreetals auf die Fläche der Flußaue zu beschränken und den höheren Talboden als den Boden des Berliner Haupttales zu bezeichnen. Die Annahme dieses Vorschlages wäre schon aus praktischen Gründen zu empfehlen, wird doch auf diese Weise die Stellungnahme für eine der beiden Hypothesen schon durch die Bezeichnung vermieden. Vielleicht aber geschieht dies noch deutlicher durch Verwendung der beiden Be­griffe Haupttal" und Spreeaue".

Uns fesseln heute am meisten Solgers Ausführungen über den Spreelauf unmittelbar ober- und unterhalb des Mühlendammes. Unter­halb jene Schlangenwindungen( Mäander), die S. auf Schmelzwässer des Eises zurückführt; oberhalb geradliniger Lauf schon von Treptow her. Das alles hatte schon, wie S. richtig sagt, Lossen gesehen. Neu aber ist Solgers Gedanke der Entstehung Berlins an der Stelle, wo einst zwei Gletscherströmungen( Spreegletscher von O. und Havelgletscher von N. her) aufeinanderstießen, so daß der Talboden etwas höher blieb, einen flachen Riegel bildete und oberhalb dieses Riegels am Mühlendamm dem gestauten Wasser mehr die ,, Formen eines Flußsees als eines echten Flusses gab".

Wie stellt sich Solger nun zur Inselfrage"? Auf seiner ,, sche­matischen Skizze"( vergl. dazu Fidicins Spreekessel"[ Hist. dipl. Beitr. V. S. XVIII]) zeichnet er den Stadtgraben Berlins und den Schleu­sengraben Alt- Cöllns als künstliche Gräben ein, und Lossens Ansicht, daß die Spree ,, zwischen Jannowitzbrücke und Monbijouplatz von Natur aus zwei Inseln gebildet" habe, lehnt S. kurz ab mit den Worten: Das ist geologisch undenkbar". Die darauf folgende Begründung ist min­destens sehr beachtenswert und wird vielleicht auch von Geologen schwerlich erschüttert werden können. Das wäre Wasser auf die Müh­len derjenigen Historiker, die wie z. B. Clauswitz selbst von einer Cöllner Insel nichts wissen wollen( dagegen Fidicin, Hist. dipl. Beitr. V. S. XVIII).

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Mit der Karte der Geol. Landesanstalt und der ebenfalls auf Be­obachtungen und Bohrungen beruhenden Lossenschen Karte wäre Sol­gers Theorie nicht vereinbar, wenn sie das Vorhandensein zweier In­seln oder wenigstens inselartiger Gebilde überhaupt bestreiten wollte.) Aber Solger läßt glücklicherweise selber die Möglichkeit einer neuen Erklärung der beiden Inseln offen. Wären aber auch", so sagt er wörtlich ,,, infolge der unregelmäßigen Gestaltung des Haupttalbodens mehrere fast gleich hoch gelegene Abflußwege vorhanden gewesen, und wäre die andrängende Wassermasse so groß gewesen, daß sie neben

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7) Lossen( S. 885): ,, Wasserrinne in NO schwerlich eine künstliche, alles spricht für Regulierung eines Teils der Spree."