Heft 
(1927) 36
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wissenschaftliche Sehenswürdigkeiten seines Kreises zu zeigen die Güte gehabt, darunter ein As in der Nähe von Soldin, das bisher als Kiesgrube gedient hat, dessen letzter noch erhaltener Rest nun aber nach dem Willen Herrn von Salderns als Naturdenkmal erhalten bleiben soli, wozu es sich auch wegen seiner Lage mitten in einer sonst ziemlich ebenen Fläche ganz besonders gut eignet, ferner den Klickstein, einen riesigen Findling aus nordischem Granit in der Nähe von Ratin, der wohl nach dem großen Markgrafenstein der größte märkische Findlingsblock ist.') Aber den Clou des Tages hatte er sich als guter Stratege bis zuletzt aufgehoben.

Die Ruwener Schlucht oder Ruwener Rummel, wie ich sie zu be­zeichnen vorschlage, beginnt etwa 300 Meter östlich des Gutes Ruwen, schneidet etwa 600 Meter in die Hochfläche ein, zieht sich nach Osten, und wässert in das Plönetal ab, das mit seinem nordwärts gerichteten Verlauf dem Geologen hinsichtlich seiner Entstehung manches zu raten aufgibt.

Wie es für die Rummel des Fläming charakteristisch sein soll, aus eigener Anschauung kenne ich sie nicht, ahnt man auch von der Ru­wener Rummel nichts, bis man davorsteht. Um sie zu besuchen. steigt man, wenn man vom Dorf Ruwen kommt, zunächst einen trichterförmigen Einstieg ziemlich steil herunter und befindet sich nun im Grunde einer ziemlich engen Schlucht mit steilen, mit gemischtem Wald bestandenen Wänden. Am Boden der Schlucht fließt über Felsgeröll ein kleiner Bach, der nicht eine eigentliche Quelle als Anfang besitzt, sondern, wie es ebenfalls für die Rummeln charakteristisch ist, sich nur aus Sickerwasser bildet und sozusagen plötzlich da ist. Wenig später beginnen sich am Boden und in der linken Wand des Tales auch schon jene Sandstein­gebilde bemerkbar zu machen, die durch das Aussehen und ihre Beschaf­fenheit so wesentlich verschieden sind von den sonst das Tal anfüllenden nordischen Geschieben, und die in der Teufelskanzel sich am schärfsten ausgesprochen dem Auge darbieten. Die Teufelskanzel trägt ihren Namen mit Recht, da sie, namentlich von oben gesehen, vollkommen einer Kanzel gleicht, die aber schräg in die Wand des Tales eingelassen ist und sich zudem gerade dort befindet, wo sich das Tal etwas erweitert. Nach rück­wärts befindet sich an ihr eine Art natürliche Treppe zu der ganz oben etwa 4-5 Quadratmeter umfassenden tischartig ebenen Oberfläche, so daß man die Phantasie des Volkes, welche nachts den Teufel diese Kanzel be­steigen und von ihm den Hexen predigen läßt, recht versteht.

Die Felsen erheben sich bei dem ziemlich steilen Abhang von unten etwa 3 m, von oben etwa 6% m aus dem Boden senkrecht empor und entsprechen sowohl nach der Lage der Rummel selbst als nach ihrer petro­graphischen Zusammensetzung den Schollensteinen der Neuendorfer Rum­mel. Hier wie dort ist das ursprüngliche Moränen- Material bald scharfe Sande, bald grobe Kiese, bald große Gerölle, wodurch nagelfluhartige

1) Von beiden hat inzwischen Herr Landrat v. Saldern ebenfalls ausgezeich­nete Photographien der naturwissenschaftl. Abtlg. des Märk. Museums überwiesen.

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