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wurde es allgemein üblich, Wagen mit eisernen Achsen zu verwenden. Die Holzachsen der Wagen wurden mit Teer geschmiert, und hinten am Wagen hing bei weiteren Fahrten ein kleines Gefäß, die Teermeste, mit X einem Pinsel darin. Der Teerofen am Teerofen- See bei Lieberose lieferte den Teer für die Wagen, die von Goyatz am Schwieloch- See die alte Landstraße nach Cottbus fuhren. Der Teerofen bei Hangelsberg lag ebenfalls an einer Land- und Poststraße. Mit der Teerschwelerei war hier eine Schankkruggerechtigkeit verbunden. Auch bei Albrechts Teerofen bekamen die Kutscher einst sowohl Wagenschmiere für die hölzernen Achsen ihrer Frachtwagen als auch Bier zur Löschung des eigenen Durstes( Voigt, Brandenburgia 1927, S. 69).
Zu dem Waldbilde vergangener Jahrhunderte gehörte der Teerschweler, der mit seinen Gehilfen, den Halbhauern oder Teerknechten. die Stubben rodete. Das Geschick der Teeröfen war eng verknüpft mit der Beschaffenheit des Waldes. Die Teerschwelerei konnte nur da blühen, wo Holz im Ueberfluß vorhanden war. Als das Holz in der Cöpenicker Forst knapp wurde, da ging der Teerofen bei der Müggel ein.
Die Ruwener Rummel und Teufelskanzel.
Von Dr. Max Hilzheimer.
Im Frühjahr dieses Jahres erhielt ich von Herrn Dr. Klose Nachricht von einem Felsgebilde, das sich in einem Tälchen in der Nähe des Dorfes Ruwen bei Berlinchen befinden sollte. Nach der von Herrn Dr. Klose mitgebrachten und freundlichst der naturwissenschaftlichen Abteilung des Märkischen Museums überwiesenen Gesteinsprobe handelt es sich um durch Kalk felsartig fest verkitteten scharfen Sand.
Da das Material trotz seiner Härte zu weich war, um einen langen Transport im Eise auszuhalten, fiel der Gedanke, es könne sich etwa um ein Geschiebe handeln, von vornherein fort. So fing denn bei der Seltenheit felsartiger Bildungen in unserer Mark die Sache an, mich lebhaft zu beschäftigen. Schließlich wandte ich mich an den Landrat des Soldiner Kreises, Herrn von Saldern, der mir in liebenswürdigster Weise zwei Photographien der Teufelskanzel" für die naturwissenschaftliche Abteilung des Märkischen Museums übersandte und mich gleichzeitig einlud, die Teufelskanzel in seiner Begleitung zu besichtigen.
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Da nach dem nun vorhandenen Material hier ein Gebiet von größerem wissenschaftlichen Interesse vorzuliegen schien, stellte ich an die Deputation für Kunst- und Bildungswesen den Antrag, mir zur UnFür die Gewährung tersuchung eine Dienstreise dorthin zu gestatten. dieser Bitte möchte ich nicht verfehlen, auch hier der Deputation zu danken.
Ferner sei es mir bei dieser Gelegenheit gestattet, Herrn von Saldern auch öffentlich meinen besten Dank für die tatkräftige Hilfe beim Besuch der Teufelskanzel auszusprechen. Hat mir doch Herr von Saldern in besonders entgegenkommender Weise auf einer Autofahrt nicht nur die Ruwener Rummel mit der Teufelskanzel, sondern auch noch andere natur