Heft 
(1927) 36
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Reisenden, die heute Finnland besuchen, fahren durch die Stromschnellen in langen Booten, die ursprünglich dem Teertransport dienten. Während des Nordischen Krieges betrieb die preußische Regierung einen Teer­handel nach England. Der Teer ging nach Caputh und von dort über Hamburg nach England und Holland. Nach Friedensschluß sanken die Teerpreise in Holland, weil wieder Teer aus Rußland und Schweden kam. Da wurde in Preußen der Teerhandel nach England eingestellt und die Teerschwelerei eingeschränkt. Sollen nur schwelen zur landes notdurft, sollen exa.: ob nit fremdes Pech und Theer im Lande gebraucht wird, ob man nit nach Stettin, Preußen senden kann," schrieb König Friedrich Wilhelm I. auf einen Bericht der Kammer zu Minden.

Zum Schluß sei noch auf zwei früher übliche Verwendungen von Erzeugnissen der Teerschwelerei hingewiesen. Aus braunem Teer erhielt man bei Destillation mit Wasser das Pechöl, und als Rückstand verblieb schwarzes Pech. Das Pechöl wurde noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zur Beleuchtung benutzt. Die Pechlampen rauchten sehr stark und mußten deshalb im Kamin stehen, wenn sie brannten. Als die Petroleumlampen aufkamen, verschwanden die ,, alen, stenkrigen" Pech­lampen rasch.

In Schmieden wurden Pechlampen noch in den siebziger Jah­ren benutzt. Bei der Verwendung im Freien boten sie den Vorteil, daß sie auch bei starkem Luftzuge nicht ausgeblasen wurden. Die Pech­lampen wurden, wie die Stücke im Museum zu Dahme zeigen, aus Ton hergestellt.

Eine große Menge Teer wurde früher benutzt, um die hölzernen Wagenachsen zu schmieren. Erst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts

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Abb. 1. Pechlampe( links) aus Ton.

Rechts ein Leuchter( 20 cm hoch),

in dem Rüböl gebrannt wurde. Beide Stücke im Museum zu Dahme( Mark).

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