Heft 
(1927) 36
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ist schön an Ort und Stelle zu beobachten. Oberhalb der Kanzel ist näm­lich, infolge des Regens losgespült, ein Teil in die Tiefe gestürzt, so daß hier eine ziemlich senkrechte Wand gebildet ist und da sehen wir, wie der Boden oberflächlich entkalkt wird, der Kalk aber in der Tiefe von etwa Metern unter der Oberfläche in Gestalt von weißen Adern wie­der abgelagert wird und auch hier den Sand zu einem losen Gestein ver­kittet. Gesteinsbrocken, die ich für das Märkische Museum gesammelt habe, lassen den Kalk noch deutlich erkennen.

Diese Abspülungen und Unterwaschungen an der linken Wand ge­fährden natürlich die Teufelskanzel außerordentlich. So hat der Herr Landrat von Saldern es durchgesetzt, daß der Kreis durch eine besondere Futtermauer, die mit nicht unerheblichen Kosten angelegt worden ist, dieses einzigartige Naturdenkmal geschützt hat. Nicht nur die Tat­sache allein, daß hier von seiten eines Kreises Mittel zum Schutz eines Na­turdenkmales zur Verfügung gestellt werden, verdient hervorgehoben zu werden, sondern auch die Art, wie der Schutz ausgeführt ist. Die Mauer erhebt sich nur wenig über den Boden, so daß sie das Auge nicht be­leidigt, ja nicht einmal stört. Und bald wird sie von dem hier üppig wu­chernden ,, Rührmichnichtan" vollständig verdeckt sein.

Hier ist also die Stelle, wo die Talbildung bei der Rummel noch in stärkster Tätigkeit ist. Hier bringt jeder Regenguß, jedes Frühjahr neue Abstürze, neue Veränderungen in den Abhängen hervor. Weiter unterhalb erweitert sich das Tal, von rechts und links kommt je ein kleines Seitentäl­chen hinzu, die Wände des Tales werden weniger steil, die Talbildung hat hier wohl ihren Abschluß erreicht. Auch das Aussehen des Talbodens ändert sich. Während er bis dorthin von Geröllen bedeckt war, zwischen denen sich kein Sand befand, nimmt nun der Sand allmählich zu, bis schließlich die Geschiebe überhaupt nicht mehr zu sehen sind, sondern die Sohle des ganzen nunmehr auch weiter werdenden Tales gleichmäßig mit dem zusammengeschwemmten Sand erfüllt ist. Inzwischen ist auch der Bach, ebenso unvermittelt, wie er entstanden ist, verschwunden, in dem losen Sande versickert, und trockenen Fußes können wir den Aus­gang des Tales erreichen.

Wenn diese Ruwener Rummel, wie ich sie zu nennen empfahl, auch nicht die Länge und Großartigkeit der Fläming- Rummeln hat, so er­scheinen doch hier alle Verhältnisse klarer. Wegen der geringen Ausdeh­nung und größeren Einfachheit lassen sie sich besser übersehen und ver­stehen. Und so wäre es zu hoffen, daß sich die Absicht des Herrn Land­rats von Saldern verwirklichen ließe, das kleine Tälchen, welches die Rummel bildet, als Naturschutzgebiet zu erhalten. Es ist ein geologisches Denkmal und ein Schulbeispiel, an dem das Zusammenwirken einer An­zahl geologischer Kräfte besonders klar erkannt und deutlich vor Augen geführt werden kann. Es sollte genau durch einen Landmesser der Grund­riẞ des Tales in allen seinen einzelnen Teilen festgelegt werden, und dann sollte man das Tälchen sich selbst überlassen und nur von Zeit zu Zeit festlegen, welche Veränderungen vor sich gegangen sind. Wie Nägler

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