Heft 
(1927) 36
Einzelbild herunterladen

um

seit

ttes

rde

BRANDENBURGIA

nes

ten,

chin

bei

in

und

ser

Er­

ster

och

ich

del

ei­

kt.

cig. en.

er­

mit

ren

er

en

Fer

ier

Volkstümliches aus der Mark.

Sitten und Gebräuche aus der Ostprignitz.

Von Wilibald von Schulenburg.

Thomasabend( 22. Dezember) soll man nicht spinnen.

Am Weihnachtsheiligabend singt der Nachtwächter mit seiner Frau im Dorf, he röppt de hele Christ vom Himmel. In Teetz sagten sie: ,, Jetzt wird de hele Christ von Torm jeläut", in Gatow: ..jelüt". Der Weihnachtsmann ist auf einem Schimmel. Neun Tage vor Weihnachten Kirschzweige in einen Topf mit Waser tun, blühen zu Weih­nachten. Weihnachten die( Obst-) Bäume beschenken, d. h. Wursts.roh, wo die Würste drauf gelegen haben, um den Stamm wickeln. Weih­nachtsheiligabend Salz und Dill in den Stall hinlegen, denn am Abend kommen die Hexen. Es ist der Abend, wo sie das Vieh können verrufen. An Weihnachtsheiligabend nicht die Tiere ansprechen, stillschweigend an sie rangehen, können alle Tiere reden. Holzpantinen über den Kopf wer­fen mit der Fußspitze. Wenn die Lederspitze nach der Türe steht, raus­geht, stirbt einer, geht einer raus aus der Familie. Wenn die Spitze reinkuckt, vermehrt sich die Familie. Am Christabend Rogen von Fischen essen, gibt viel Geld. Am Christabend iẞt man immer Schweine­braten, am ersten Feiertage Kohlsalat, ist Weißkohl, gekocht wie Schmorkohl.

Drei bis vier Tage vor Weihnachten wurde geschlachtet. Es kamen zu Weihnachten:

1. Zwei Weihnachtsmänner, de heele Christe( zwei Männer), hatten Masken vor mit roten Backen und lange, weiße Hemden an. Der eine hatte einen hellgrauen, langen Bart, auf dem Kopfe eine spitze Mütze von Papier, rot- grün- schwarz bemalt, daß es bunt aussah, eine Birkenrute und Klingel in der Hand. Er kam zuerst in die Stube, klopfte an die Türe, wo Kinder waren, fragte an, ob der Weihnachtsmann eintreten kann und ließ die Kinder beten. Wenn die Großen nicht beten wollten, kam der Schimmel und sprang hoch. Der zweite kam mit rein in die Stube, stand hinter dem ersten. Er hatte eine Maske vor, aber keinen Bart daran, hatte einen Korb mit Aepfeln, Walnüssen und Pfefferkuchen und teilte aus. Dann blieben sie stehen.

2. Gleich hinter ihnen drein kam der Schimmel, er hatte einen rich­tigen Pferdekopf von Holz, mit einem Hals von Holz, weiß angestrichen. Der Mann hatte ein weißes Hemd übergezogen, einen alten Hut auf dem Kopfe und eine kleine Peitsche in der Hand, eine Maske vor dem Gesicht. Er saẞ fest an der Stange, war mit Riemen daran geschnallt. Ein Sieb mit Geflecht war hinter ihm festgemacht, am Sieb ein alter Pferde­