Heft 
(1927) 36
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schwanz. Der Schimmel war ganz in ein weißes Laken gehüllt, mit einem Schnitt in der Mitte, bloß der( Pferde-) Kopf sah heraus. Er ging zu den größeren Kindern in der Stube heran und fragte an, ob sie gebetet haben, knallte mit der Peitsche und sprang sie an. Das dauerte etwa ein halbe Stunde. Man sagte: ,, Da kümmt de Schümmel".

3. Der Pelzbock hatte einen grauen Schafpelz an, die Haare vom Fell nach außen, schmutzig, und den Kopf vom Schafbock mit Fell und kleinen Hörnern auf; sein Kopfstach( steckte) in dem Tierkopf, auf der Straße ging er aufrecht, sowie er ins Zimmer kam, lief er auf allen Vieren. meldete sich, meckerte wie ein Schaf, blökte so, brummte und hüpfte jeden an. Er ging bloẞ so rum; wird jetzt( 1908) nicht mehr gemacht.

4. Der Bohr( Bär), ein Mann in Erbsstroh ganz und gar einge­wickelt, auch die Füße bewickelt, bloß die Augen sahen heraus, ging auf­recht, sielte sich in der Stube rum und brummte. Um den Leib hatte er eine Kette( Holzkette, von Wagen zu Holz). Ein anderer führte ihn. Der hatte eine Maske vor, daß er nicht kenntlich war. Die Kinder 6X haben sich erschreckt, deshalb ist es verboten worden, etwa seit zwanzig Jahren. Man sagte:, Hüd Omt kümmt de Boarnleia( d. h. der ihn führt).

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5. Oll Wief, gehörte zum Zug, war ein Mann, als oll Wief ver­kleidet, schlecht angezogen, in altem Rock, weil er leicht beschädigt wurde, eine alte Schürze vor, eine Maske vorm Gesicht, mit einem Kopftuch, wie es die Frauen bei der Ernte gegen die Sonne tragen, stützte 3X sich auf einen alten Krückstock, als wenn sie nicht recht laufen könnte, trug eine Drokiepe( Drarekiepe), ging ran an die in der Stube und bettelte um kleine Gaben, Brot, Butter, Kuchen, Stuten, und vom Schlachten was, Speck, Wurst. ,, Kiek mal, da kümmt oll Wief."

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Alle fünf zogen zusammen durchs Dorf und traten zusammen hin­tereinander bei den Bauern in die Häuser, wo man sie haben wollte. Sie kamen drei bis vier Tage vor Weihnachten, wenn geschlachter und ge­backen wurde. Nachher im Gasthof wurde alles verzehrt.

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De Twölften sind von Weihnachtsabend 6 Uhr bis 6. Januar. In den Zwölften keine Erbsen essen, wurde gesponnen, manche nicht. Nichts verborgen in den Zwölften, sonst borgen es die Hexen und tun einem Schaden. In den Twölften hieß es: ,, Heute abend mußt du abgesponnen ax haben, sonst kommt de fule Jreth", solche alte, krumme Frau. Wenn ein Mädchen nicht abgesponnen hatte, wurden ihr faule Aepfei( in den Wocken) reingetan, sehr oft Roßäpfel von Pferden., Paẞt mal up, nu a 8x kümmt de olle fule Jreth", dann lauschten die Kinder, aber haben keine gesehen.

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An Salvesta schießen. Silvesterabend den Tisch decken, für zwei Personen, und dann in der Stube die vier Ecken fegen, nach der Mitte zusammen. Wer sich dann an den Tisch setzt, ist der Zukünftige. Der Zukünftige kommt zwischen zwölf und ein Uhr. An Neu­jahrsabend( d. h. Silvester) Pellkartoffeln und Heringe essen, daß das Geld nicht alle wird. Mohnstrietzel essen, d. i. Mohn gerieben mit Zucker und Milch. Von 6 Uhr nehmen die Leute alles vom Backofen

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