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allgemeinen Interesses. Die Folge davon ist ein üppiges Schrifttum heimatkundlicher Art im weitesten Sinne des Wortes. Eine beachtenswerte Frucht, denn das meiste ist Spreu statt Weizen, bildet W.s Vorgeschichte.
Nun stellt aber W.s Grundriß durchaus keine Vorgeschichte im landläufigen Sinne dar, denn es fehlen vollständig die Abbildungen, so daß es dem Uneingeweihten oft schwer fallen muß, sich ein anschauliches Bild zu machen. Wenn W. sie in dem vorliegenden Falle für vollständig entbehrlich hält, so hat er wohl nur aus der Not eine Tugend machen wollen. Sie würden den Wert des Buches sicherlich noch mehr heben. Hier wären die sonst mit Recht so unbeliebten Gruppenaufnahmen vielleicht wirklich einmal am Platze. Solange die Vorstellungen prähistorischer Gegenstände nicht Allgemeingut des Volkes geworden sind, wie etwa die Kirchen des deutschen Mittelalters, bedarf jede vorgeschichtliche Darstellung, die sich an weitere Kreise wendet, noch der Unterstützung durch das Bild.
Gerade unter diesen Voraussetzungen ist es besonders anerkennenswert, daß W., auch ohne Abbildungen zu geben, den Leser zu fesseln versteht. Das liegt zum großen Tei an dem Standpunkt, den W. seiner Betrachtung zugrunde gelegt hat. Als historischer Wirtschaftsgeograph schildert er uns den Wandel der Jahrtausende. Mit Recht betont W., daß die Prähistorie die Aufgabe einer historischen, besser noch kulturhistorischen Wissenschaft zu erfüllen hat.
Die wirtschaftliche Betrachtungsweise beherrscht durchaus die Darstellung und gibt ihr ein recht eigenartiges Gepräge. W. ist der erste Prähistoriker, der versucht hat, von dieser Seite her den für diesen Zweck wohl recht spröden Stoff zu meistern. Es ist der erste Versuch und als solcher voller Anerkennung wert.
Der Ablauf der Vorgeschichte wird nicht nach der allgemein üblichen Weise in Stein-, Bronze- und Eisenzeit gegliedert, sondern W. hat versucht, die Einteilung nach tiefer liegenden Gesichtspunkten zu treffen. So scheidet er I. das Sammeldasein der älteren Steinzeit( Pa'äolithikum) von den II. Bauernvölkern der jüngeren Steinzeit( Neolithikum) und schließt daran III. die Zeit vom Ende des Neolithikums bis zum Untergang der römischen Herrschaft an Rhein und Donau. Vom Standpunkt des Wirtschaftsgeographen mag die Zusammenfassung der ganzen letzten Periode( III) gerechtfertigt erscheinen, vom Blickfeld des Historikers aus jedoch nicht. Die Tatsache, daß etwa 700 v. Chr. bereits, also ungefähr zu Beginn der Eisenzeit, im Norden Europas, z. T. bedingt durch den geologisch erwiesenen Klimasturz, die germanischen Völker ins Wandern geraten, damit a'so bereits die Periode beginnt, deren Ausklänge wir als die historische Völkerwanderungszeit zu bezeichnen gewohnt sind, diese Tatsache kommt bei W.s Einteilung nicht zur gebührenden Geltung. Nicht gebührend betont erscheint mir auch die reiche Entfaltung der nordischgermanischen Bronzezeit. Der IV. Abschnitt behandelt das Werden des deutschen Volkes. Damit hätte eigentlich wohl eine Vorgeschich.e des
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