Heft 
(1927) 36
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längsschneidigen Pfeilspitzen ist ja seit Sarauw*) bekannt. In der 2. Reihe ( Abb. 9-16) habe ich Dreiecksformen zusammengestellt, bei denen zwei Schmalseiten in ihrer ganzen Länge gedengelt sind. Auch hier ergeben sich typologische Unterschiede( regelmäßige und langgestreckte Formen), auf die ich nicht näher eingehen will. Zu dieser Art muß ich auch die Spitze( Abb. 34) rechnen. Sie ist zwar kein Mikrolith mehr, aber der dreieckige Splitter ist ganz nach Art dieser Spitzen gedengelt und kann anderen Zwecken kaum gedient haben. Reihe 3 vereinigt dann Stücke, die in der Grundform einer Lanzette gleichkommen, die Retouchen sind hier natürlich sehr verschiedenartig angebracht. Die Abb. 29 und 30 zeigen Segmente; immerhin sind diese in Flatow sehr selten. Abb. 35 und 36 geben unregelmäßige Trapeze, 3seitig gedengelt, Abb. 39 bis 41 regelmäßige mit 2seitiger Dengelung wieder. Eine besondere Gruppe scheint mir die Reihe 25-28 darzustellen. Hier handelt es sich um Drei­ecke mit gerader oder gar gekerbter Basis. Es sind zwar nach ihrer ganzen Technik längsschneidige Pfeilspitzen, doch ist man versucht, an Vorstufen zu den bekannten herzförmigen Stücken des Neo­lithikums zu denken. Echte querschneidige Pfeilspitzen sind in Flatow sehr selten. Ich bin glücklich, wenigstens 2 Stücke( Abb. 37 und 38) zu besitzen. Damit ist doch ein weiterer Beweis gegeben, daß auch diese Form, von vielen als reine neolichische betrachtet, schon in kulturell klarem Mesolithikum vorkommt, und zwar auch in ausge­sprochen ,, jungen" Exemplaren. Spitzen mit Querschneide", auf die der terminus technicus eigentlich nicht paßt, sind Abb. 31-33. Es handelt sich nicht um Bruchstücke längsschneidiger Spitzen, sie können nur nach Art der ,, Querschneiden" benutzt sein.

Auch Tafel II enthält noch einige Mikrolithen. Abb. 42-44 möchte ich als Nadeln auffassen, für Pfeilspitzen sind sie mir zu schmal und zu dick. In den Stücken 45 und 46 haben wir Hakenspitzen vor uns; sie haben sicherlich als Angelhaken gedient. Von anderen Fundplätzen gibt es natürlich auch schönere Exemplare. 47-50 sind kleine Bohrer, bei denen die Spitze entweder durch seitliche Kerbung oder durch bei­derseitige Denge ung ausgearbeitet wurde. Verhältnismäßig selten sind Spitzen mit seitlicher Kerbe( 51-55); die Kerbung diente wohl meistens der Schäftung. In den Nummern 56-60 zeige ich schon Groß­geräte, wie überhaupt auch hier eine kulturelle Trennung von Klein- und Großstücken auf keinem Fundplatze durchzuführen ist. Es sind Speer­spitzen, teilweise gedengelt, alle gut zu schäften. Aufmerksam machen möchte ich noch auf Nr. 56. Das Stück ist aus einer flachen Scheibe gearbeitet und trägt auf der Oberseite zum großen Teil noch die alte Rinde, wie es ja überhaupt dem Mesolithikum nur auf Zweckmäßig­keit, weniger auf Schönheit ankam. Die Betonung der letzteren ist erst eine Errungenschaft des Vollneolithikums.

Tafel III bringt Gegenstände, die aus prismatischen Absplissen her­gestellt wurden, in erster Linie Stichel. Es sind dies bekanntlich jene

*) Sarauw: Maglemose, Präh. Zeitschr. III S. 52 ff. 1911 und VI S. 1 ff. 1914.