28
166
altertümlichen Geräte, wenn auch in abgewandelter Form, die aus dem Paläolithikum herübergenommen wurden, um mit ihnen Verzierungen auf Knochenwerkzeugen einzugraben. Sie sind immer kenntlich an dem kleinen Schrägabschlag der Spitze, wobei eine seitliche, scharfe und dicke Arbeitsecke entstand. Die Abb. 61-63 geben dreikantige, 64 und 65 dicke Stücke mit Schaftzunge und 66-69 Klingen mit bogenförmigem Abschluß, der eine Stichelkante zeigt,
wieder.
schön
In Nr. 70 sehen wir eine schöne Dreikantraspel, flächig retouchiert; die meisten ähnlichen Stücke sind ja bedeutend kürzer und unansehn icher. Dann folgen Messer. Aus dem nach vielen Hunderten zählenden gleichen Material, jeder prismatische Abspliß war ja das gegebene Schneide- Instrument, habe ich hier nur ganz wenige Stücke ausgewählt, die gute und sichere Arbeitsspuren tragen. Prachtstücke stellen die beiden Nummern 71 u. 72 dar, das erste ein Federmesserchen, das andere eine Spitze vom Typus ,, La Gravette". Beide haben eine sehr schöne Schaftzunge und in ganzer Länge dick abgestumpften Rücken. 71 ist für einen Links-, 72 für einen Rechtshänder hergestellt. Nr. 73 ist ein sehr großes Exemplar mit guter Schäftungseinrichtung. Die lange Schneide ist außerordentlich stark abgenutzt und schartig geworden. Nr. 74 hat zum Teil gedengelten Rücken. Ein rundes Messer mit Fingerschutz ist Nr. 77. Sodann zeigt Tafel III noch 2 Geräte, die übereinstimmend neben langen Schaberkanten eine durch Retouche erzeugte Zunge erkennen lassen. Messer können es nicht sein, eine Schaftzunge ist das auch nicht, denn sie ist zu kurz. Ich möchte beide für Aufreiber"( Nr. 75 u. 76) halten, mit denen ein gebohrtes Loch erweitert wurde. Doch könnte man auch an einen..Rillenschaber" denken. Jedenfalls sind mir ähnliche Formen bisher nirgends begegnet.
Tafel IV vereinigt die schönsten Großgeräte, die Flatow bisher gebracht hat, darunter Kernbeile und Pickel. Nr. 78 und 81 sind die ersten Funde überhaupt, die ich auf Düne III machen konnte, sie tragen in meinem Fundkatalog die Nummern 1 und 2. Nr. 78 ist ein flaches Kernbeil mit breiter, guter Schneide, schönen, parallelen Bahnen, hergestellt aus einer flachen Scheibe. Nr. 79 und 80 tragen zungenförmige Schneiden und sind im Querschnitt walzenförmig. Das größere ist, wie oben erwähnt, 90 cm tief, in situ, gehoben worden und zeigt starke Feuerspuren. Nr. 81 und 82 sind Pickel, typisch dreikantig, mit geringer Mühe aus einem langen Feuersteinkern gearbeitet. Ob sie als Dolche, also ungeschäftet, gebraucht wurden, ist fraglich. Bei dem großen Stücke leuchtet dies ein. Bei dem anderen Stücke möchte ich eine Schäftung, also den Gebrauch als Hiebinstrument, für wahrscheinlicher halten. Nr. 83, das Stück von Wustrau, ist eine dicke, große Spitze. die namentlich auf der Unterseite schön flächig bearbeitet ist. Nr. 84 endlich scheint mir ein großer Bohrer zu sein. Nur die Spitze des krummen Spanes ist, und zwar dreikantig, geschlagen. Die gebogene Form hindert beim Bohren durchaus nicht, wie ein Versuch lehrt.