Heft 
(1927) 36
Seite
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das Grab einer Helene Enke, geb. Kirschbaum( 12. 11. 1774-10. 8. 1804) auf dem Friedhofe.

Beim Einfall der Franzosen 1806 blieben den Falkenhagenern man­nigfache Leiden nicht erspart; alle Vorräte an Lebensmitteln, Korn und Futter wurden ihnen genommen und die Gebäude zerstört. Die Belage­rung Spandaus durch die Preußen und Russen 1813 stellte ebenfalls hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Dorfes; doch wurde die Not an Lebensmitteln durch das in Nauen errichtete Verpflegungsamt be­hoben, das die Belagerungstruppen hauptsächlich mit Brot versorgte. Aus dem Dorfe blieben in den Befreiungskriegen 12 Bewohner. Die Ein­wohnerzahl von Falkenhagen betrug 1779 408, 1861 759 Einwohner, und heute nach der Einverleibung von Dorf Seegefeld und Gutsbezirk Seege­feld ist sie auf etwa 9500 Seelen angewachsen.

Dem Bilde des Dorfes fügt sich die stattliche Kirche harmonisch ein; sie spiegelt sich in dem geräumigen, von schnatternden Gänsen und Enten belebten Dorfteich. Wie alle Dorfkirchen aus der Kolonisations­zeit ist sie aus Feld- und Backsteinen errichtet, wie es scheint, unter Beeinflussung durch das Spandauer Kloster. An der Westseite trägt das Kirchendach einen aufgesetzten Turm. Das Innere ist einfach und würdig. Altar, Kanzel und Orgel waren im Chor an einer Stelle über­einander angeordnet, eine Konzentrierung, die wir auch bei der Garnison­kirche zu Potsdam antreffen. Bei der Erneuerung der Kiche im Jahre 1922 wurde aber die Orgel an eine andere Stelle versetzt, zum Schaden jener Dreiheit.

Aus vergangenen Tagen stammt ein messingenes Taufbecken mit Adam und Eva im Paradiese. Gestiftet ist es 1862 von Andreas Nestler und Dorothea Maria Fal.hin. Auch ein prächtiger, silbervergoldeter Abend­mahlskelch in edlen gotischen Formen verdient hohe Beachtung. Er ist 1593 von B. Brum angefertigt. Um den Rand des Kelchfußes lesen wir die Inschrift: ,, Das Blutt Jhesu Christi reinigt uns von allen unsern Sün­den. Johann... anno 1593." Unterhalb des Kelches lesen wir: ,, Hans v. Anspach einen ungrischen Golt Gulden dar zu geben er Lorentz Zan­der Pfarrer zu Falkenhagen Merten Bergemann Andreas Bremer Beid Kirch Veter B. Brum fecit."

Im Turm hängen drei Glocken in der Stimmung f, g, c. Von ihnen ist f 1804 umgegossen; g ist 1867 und c 1705 in Berlin gegossen. Die große und die mittlere Glocke sind 1918 abgeliefert für Kriegszwecke und dann 1921 durch neue ersetzt worden; die kleine Glocke ist um ihres Alters willen der Gemeinde erhalten geblieben.

Falkenhagen und Seegefeld haben immer nur eine Pfarre gehabt, und heute noch werden beide Ortskirchen von dem Falkenhagener Pfarr­amt versehen.

Von den wechsel vollen Schicksalen eines Sohnes unseres Dorfes erfahren wir aus einem alten Kirchenbuche der Neumark allerlei Belang­