28
180
Die älteste Familie im Dorfe war wohl die, die von ihm den Namen hatte; sie war mit dem Schulzenamt beliehen. Im Jahre 1383 waren die Gebr. Falkenhagen als Besitzer des Schulzengutes mit der Gutsherrschaft, dem Kloster, im Streit, indem sie die Belehnung mit 10 Hufen beanspruchten, aber nur 7 Hufen zugestanden erhielten. Das Kloster gestand ihnen aber noch den Dünger von 3 Kossätenhöfen zu, ferner freie Fischerei auf dem Falkenhagener See, machte ihnen aber zur Pflicht, beim Gericht einen Kaak zu halten. Im Jahre 1550 befand sich das Schulzenamt im Besitze der Familie Michel.¹)
Nach Einführung der Reformation ging Falkenhagen vom Kloster auf den Kurfürsten über, der es zum Amte Spandau legte.
Aus dem Jahre 1550 ist uns ein Namenverzeichnis der Dorfbewohner überliefert, die an das Kloster Wiesen- und Holzzins zu entrichten hatten. Im Erbregister des Klosteramtes Spandau von 1590 werden nochmals alle Besitzungen des Klosters aufgeführt( Schulze a. a. O. I, 481). Da finden wir über Falkenhagen folgendes eingetragen:
,, Falkenhagen gehört dem Kloster mit Ober- und Nieder- Gerichten, samt dem Kirchenlehn, auch Zinsen, Diensten, Zehenden und aller andern Gerechtigkeit. In diesem Dorffe wohnt ein Lehn Schulze, der 5 Hufen Landes hat, worunter 3 Lehn Hufen, dienstfrey ist, aber ein Lehn Pferd hält. Hüfener sind 18, Cossäthen 20; der Heide Reuter ist der 21 ste. Das Kloster bekömmt daraus die Dienste von den Hüfenern und Cossäthen; 12 Thlr. 22 gr. 4 Pf. stehenden Geld Zins; 8 Wspl 17 Schffl Roggen u. 6 Schff. Gerste Pacht; 5 Wspl 7 Schffl. Hafer; 1 Schock u. 8 Stück Rauch und Pacht Hüner."
Ein großer Brand zerstörte am 14. April 1676 unser Dorf ,, mit Kirche, Turm und Wohnhäusern, außer vier geringen Hütten, so in einem Winkel standen". Wie die Schulzesche Chronik berichtet ,,, hatte ein böser Knabe das Feuer mit einer Schlüssel Büchse angezündt und war davon gelauffen".
Aus dem Kirchenbuche erfahren wir auch, daß um 1711 ein Teerbrenner Johannes Albrecht vom Teerofen bei Kohlhasenbrück ( Albrechts Teerofen) nach Falkenhagen übergesiedelt ist, als Nachfolger von Tobias Behr. Der Teerofen von Falkenhagen befand sich nahe dem Finkenkrug.2)
1725 bei der Kirchenvisitation hatte die Kirche ein Vermögen von 21 Thlr. 11 Gr. 3 Pf. im Vermögen.
Um 1779 wohnte im Dorfe der Forstaufseher, Oberjäger Enke. Sein Revier, die dem Amt Spandau unterstehende Spandauer Forst, umfaßte 29 197 Morgen, 146 Quadratruten. An seine Familie erinnert noch
1) E. Fidicin, Die Territorien der Mark Brandenburg, Berlin 1860, Band 3, Teil II, S. 19.
2) Ueber diesen Teerofen und die Familie Albrecht vgl. Brandenburgia 1908, S. 150, und 1916 S. 110, auch meine Abhandlung Albrechts Teerofen im TeltowKreiskalender 1927.