1
1
t
1
S
1
1
t
e
S
0
S
nten
11
Reiche verwischt waren. Dem märkischen Adel ist im Gegensatz zum west- und süddeutschen mangelnde Bildung und Regsamkeit vorgeworfen, vom Raubrittertum ganz zu schweigen. Freilich hat der märkische Adel in den deutschen Ritterheeren Italiens nicht gefochten, weder für Kaiser und Reich noch im Dienste italienischer Gewalthaber oder Städte. Ihm lag die Wacht im Osten ob als nähere und wirklich deutsche Pflicht. Seit Tannenberg, dessen Verlust zeitlich mit dem Einzug der Hohenzollern in die Mark zusammenfiel, krankte der Orden, der zuerst die Neumark noch besaß, unheilbar, und Brandenburg wurde zum Vorkämpfer des Deutschtums gegen die Slaven, die gerade auch in Böhmen unser Volkstum wieder bedrängten und über die Grenzen stießen.
Diese stille Abwehr gab keinen Anlaß zu großen Taten. Auch unser Geschlecht hat nur einen Deutschritter aufzuweisen, dessen Wirken im Ordenslande unbekannt ist. Er wird nur als thüringischer Komtur in Nägelstädt aufgeführt und gehört der thüringischen Zeit des Geschlechts an( 13. Jahrhundert, also im Aufstieg des Ordens). Dagegen besuchten auch die Märker die Hochschulen und waren besonders aut ihrer Landesuniversität Frankfurt a. O. zu finden, was auch bei unserem Geschlecht der Fall ist. Es hatte jedoch wenig Neigung, sich in den persönlichen Dienst der Kurfürsten als Offizier und Beamter zu stellen. Freilich gerade ein Geschlechtsgenosse- Hans Friedrich- ist einer der wenigen Dragonerkapitäne des großen Kurfürsten vom Regiment v. Trott von 1641 bis 1650, die mit ihren wenigen Kompagnien den durchziehenden Feind abwehrten. Er bestürmt als Kommandant von Brandenburg seinen Landesherrn mit dauernden Bitten um die Erlaubnis, kriegerisch anzugreifen. Der junge und doch so einsichtige Kurfürst lehnt jedes derartige Vorgehen ab und will lieber die Gewalttaten dulden, als sich in seiner Wehrlosigkeit der feindlichen Rache aussetzen, obwohl er notgedrungen neutral bleibt. So hemmt er stets klug die Tapferkeit seines hitzigen Offiziers, der dann Befehlshaber der wichtigen Spreefeste Peitz wurde. Sein Schriftwechsel mit dem großen Kurfürsten ist noch in dessen Befehlen und in seinen Berichten erhalten.( Geh. Staatsarchiv, Berlin.)
Das kraftstrotzende Leben des deutschen Volkes im 16. Jahrhundert erfüllte die Mark jedenfalls nicht in gleichem Maße, besonders die Landwirtschaft hielt mit Gewerbe und Handel nicht gleichen Schritt. Aber gerade der märkische Adel drückte deshalb nicht auf seine Bauern und das Land blieb vom Bauernkrieg verschont. Beide Stände litten, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Auch fand kein Bauernlegen statt, wie die Grundbücher ergeben. Der Bestand des ritterlichen Lehns wurde nicht auf bäuerliche Kosten erweitert. Das läßt sich urkundlich gerade bei unserem Geschlecht belegen, obwohl es nach dem 30 jährigen Kriege weit über das Land Lebus an Güterbesitz hinausgriff, ohne daß die Mittel aus der Kriegsbeute glückhafter Feldherren stammten. Es hat nie zu den Reisläufern in diesem Bürgerkrieg gehört. Erst später traten seine Glieder in das neue stehende Heer des Kurfürsten und der preußischen