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Rudolf Schmidt.
etwas zu tun haben, obschon ältere Schriftsteller etwas naiv meinen: „Falcken- berg liegt zwischen hohen Bergen in einem Tal, wo sich vor Zeiten viel Falken aufgehalten haben, daher hat es den Namen.“ Diese Erklärung hört sich ja recht natürlich an und macht vor allem nicht viel Kopfzerbrechen. Schwieriger wird die Sache schon, wenn wir als Gründer des Dorfes und erste Besitzer die Familie von Falkenberg anschen, deren Vorkommen in unserer Gegend bereits vom Jahre 1258 urkundlich beglaubigt ist. Daß die Familie tatsächlich in unserem Falkenberg angesessen war, läßt sich freilich nicht erweisen*). Als erster nachweislicher Besitzer Falkenbcrgs ist vielmehr Michael von Thene (von Cheyn) und sein Sohn Heinrich anzusehen, denen nach dem Absterben der Familie, im Jahre 1334, der Ritter Gebolf von Mcrsing- koven folgte.
Der Familie Thene gehörten außer Falkenberg noch die Rittergüter Coetheu und Hohenfinow und das „Städtlein“ Niederfinow, sowie teilweise auch Dorf Lichterfelde bei Eberswalde. 1258 ist Heinrich von Thene markgräflicher Vogt zu Biesenthal: ohne Zweifel mußte die Familie also eine sehr angesehene Stellung inne haben. Der süddeutsche Ritter G. von Mer- singkoven (auch Myseinkouny geschrieben) empfing aus den Händen des Markgrafen die Hinterlassenschaft der Thenes, darunter auch das Dorf Falkenberg mit allen „Stellen, Teichen, Wiesen, Holzungen, Seen, wie überhaupt im ganzen und einzelnen sämtliche Güter, welches Namens immer, bebaut und unbebaut,“ und zwar „mit allen ihren Rechten, Freiheiten, Gnaden, Nutzungen, Ehren und Zubchörungcn jeder Art“ — d. h. soweit solche Perti- nenzien bei Falkenbcrg vorhanden waren 2 3 4 ). In einem älteren, im Gutsarchiv zu Cocthen (Mark) befindlichen Manuskript wird gesagt, daß Mcrsingkovcns Nachfolger Peter von Falkenbcrg gewesen sei und seit 1355 Hasso von Falkenberg' 1 ). Von 1334 bis 1421 wird Falkenberg in den vorliegenden Urkunden nur ein einziges Mal erwähnt, und zwar nur namentlich, im Caro- linischen Landbuch aus dem Jahre 1375. Falkenberg ist in der gedachten Finanzstatistik unter den ausführlich beschriebenen Dörfern merkwürdigerweise nicht enthalten, sondern nur in dem alphabetischen Ortschaftsverzeichnis des Barnim unter der Namensform „Falkenberch“.
Aus der Choriner Urkunde aus dem Jahre 1421, durch welche Reinhold von Greiffcnberg dem Kloster das Städtchen Niederfinow verkauft, läßt sich nur vermutungsweise entnehmen, daß mit dem angeführten Nachbar Niederfinows, Werner v. Holzendorf, der Besitzer Falkenbergs gemeint ist. Von den anderen beiden Nachbarn Niederfinows, welche die Urkunde
2 ) Im Jahre 1258 ist Gerhavd von Falkenberg Zeuge in der Choriner Stiftungs- Urkunde, er kommt auch nocli 1260 vor. Kiedel, Codex Brandenb. A. Xlil. 207 und B. I. 68.
3 ) Kiedel A. XI. 306.
4 ) Kin Hasso von Falkenberg kommt in Urkunden von 1356 u. 1362 vor, im Gefolge Ludwig des Homers. Kiedel A. XXIIi. 316 und XXV. 238.