Heft 
(1917) 25
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Rudolf Schmidt.

in mäßigen Grenzen hält. Hinter den Häusern lagen die Gärten. Endlich kamen noch die zur Fischerei bestimmten Gewässer hinzu, so daß in der Feldmark reiner Acker gar nicht vorhanden war. Erst später gestand die Herrschaft jedem Fischer ein Ackerstück zu.welches zwischen mit Holz bewachsenen Bergen lag und zur Hanfsaat benutzt wurde." Es waren dies dienachträglich gerodeten Wiesen an den Steinkuten, die in Hanfstellen eingeteilt wurden und von denen je 4 Gr. Zins zu zahlen waren.

Die Zahl der Fischer scheint von jeher 25 betragen zu haben, erst seit 1678 findet sich auch ein freigewilligter Kossäte nebst einem Hirten. J735 werden 24 Fischer genannt, weil eine Stelle dem Rittergut Coethen gehört.

Aus einem Erbregister des 17. Jahrhunderts 1 ) erfahren wir, daß sich die Gutsherrschaft die Besitzer des Rittergutes Coethen auf den Gewässern der Fischer die halbe Entenjagd Vorbehalten hatte. Je nach Bedarf hatte allemal der Schulze dafür einen Kahn bereit zu halten. Alle Herrenfische" Lachs, Stör, Forelle gehörten der Herrschaft. Die Fischer geben von Jacobi bis Martini aus jedem Hause für jede Person, die fischen fährt, einen Külper. Jeder Fischer gibt 30 Schleie, eine Ab­gabe, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts abgelöst wurde.

Wenn der See gefischt wird, bekommt die Herrschaft eine Tonne Fische. Wenn der Brünningk gezogen wird desgleichen eine Tonne, und wenn keine Tonne voll wird, nimmt die Herrschaft den Rest allein. Mit anderen Worten, den Fischern gehörte erst, was sie ( über eine Tonne erfischten. Wenn auf beiden Seen gezogen wird, worauf zehn Züge kommen, bekommt die Herrschaft den 3. Hecht, der einen Groschen wert sein soll also eine bestimmte Größe haben mußte. Ehe aber gezogen wird, kann die Herr­schaft mit dem Staknetz fischen lassen, wofür die Fischergemeinde 4 l /g gute' Groschen Fischgeld erhält. So gehört auch der Steinwehr im Oder­strom der Herrschaft, nach Gefallen ihn zu benutzen.4 Schock werden gegeben für den Steinwehr, sie werden gebraucht oder nicht, was aber ge­braucht ist, geben sie 4 Schock Aale dazu." Das Steinwehr war das größte Aalwehr der beim Dorfe Falkenberg vorhanden gewesenen 20 Wehre. Die Fischergemeinde hatte jährlich 4 Taler davon zu geben, einerlei, ob das Aalwehr in Betrieb war oder nicht. War es in Betrieb, dann waren auch noch 4 Schock Aale zu geben. Es geben auch die Untertanen jährlich Estomihi der Herrschaft eine Tonne Häringe, eine Abgabe, die schon 1441 erwähnt wird. Jeder Untertan so heißt es schließlich muß der Herrschaft 2 Schock Rohr gewinnen, so daß drei Bund auf zwei Dachschösse kommen.

Die Fischereiverhältnisse waren einem fortwährenden Wechsel unter­worfen, was wohl hauptsächlich in der Veränderung des Wasserstandes be-

!) Erbregister Ernst von ITolzendorfs über dero Güter Coethe-n. Falkenberg Und Dannenberg. Anno 1611 am 11. Dezember aufgenommen.