Falkenberg in der Mark.
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gründet lag. Eine Aktennotiz aus dem Jahre 1735 besagt: „Die Einwohner haben allhier zwei Seen (wie cs schon im Erbregister von 1611 heißt), welche sie mit dem großen Garn ziehen, verschiedene Ströme, Pfühle und dergleichen, auch ihre Erbwiese. In denen Strömen haben sie 12 Aal wehrstellen und in denen kleinen Laackcn 31 Sackstellen. Fischen solche mit Garn, Fleck- und Staknetzen, Säcken, Bolljacken und dergleichen. Wenn sie mit dem großen Garn ziehen, bekommt die Herrschaft eine Tonne Fische zum Voraus.“
1702 hatte der Gutsherr zu Coethen wegen Streitigkeiten mit den Falkenbergern kurzerhand den Fischern ihre Aalwehre durch den Landreiter zerstören und „ganz ruinieren“ lassen. Darob beschwerte sich die Fischergemeinde recht kräftig beim König. Sechs Jahre dauerte das Hin und Her, bis endlich unterm 14. April 1708 der Bescheid erging ,, . . . als haben S. K. Majestät .... hiermit und kraft dieses wiederholet, erneuert und bestätigt . . . daß sie ihre Aalwehrc wieder aufbauen und unbeeinträchtigt halten mögen.“ Offenbar waren die Falkenberger Gewässer ungemein aalreich, denn den Fischern wurde auf ihren Antrag die Haltung eines weiteren Aalwehrs im Oderstrom erlaubt, wofür alljährlich 5 Reichsthaler an die General-Chargc-Cassa in Cölln a/Sprcc zu bezahlen waren. Später wurde dieser „Fischzoll“ an das Rentamt zu Wriczen mit dem erhöhten Betrag von 12 Tlr. 15 Silbergroschen gezahlt, bis ihn im Jahre 1851 die Gemeinde mit 225 Tlr. ablöste.
Nach dem Vermessungsregister vom Jahre 1778 w r ar „an Wa sser aut der Falkcnberger Feldmark befindlich“: der Ziepernick-Sec, der Strohm von der Kietzcr Grenze bei Freienwalde bis zur Oderbergischcn Grenze, die Kaare, der Schemsgraben, der Seigrabe n vom Ziepernicksee bis in den Strohm, die Schlaake, die Bubbcrsche Wuplage mit dem Bubbergraben, der Todtssee, der Bronning, der Manksee, der Gottskolk, der Reiherbusch, der Lebbichin, das Wolfsloch (13,136 Morgen groß) und die alte Oder auf den Falkenbergischen Oderrähnen.
Die einzelnen sogen. Sackstellen, die alljährlich an die 25 Fischer verlost wurden, führten nach einer Nachweisung aus dem Jahre 1847 folgende Bezeichnungen: 1. vorne in die Scerönne — 2. die zweite Stelle in die Seerönne — 3. in der Seerönnc links vom Sassenwall — 4. im See X, vor Wegeners K avel — 5. im Seezopf — 6. im Pfuhl — 7. vor die alte Schleuse — 8. im Strom vor Mewes Kayel■ 9. oberhalb der Reiherbusch- brücke — 10. vorn an der Sassenwallspitze --- 11. vor die Libbehörste —
— 12. links dem Reiherbusch im Unterstrom - 13. vor die Schleuse —
14. im Wolfsloch —- 15. vor die Ginster — 16. vor Michael Wurls Kavel gleich über — 17. im Schiffgraben — 18. vor die Pirne im Strom — 19. vor die Kahre - 20. im Lebbechin — 21. vor die Mangsenbrücke — 22.
im Brünning — 23. vor den Kirchensee — 24. vor das Heckelchen — 25. im Torz.