Heft 
(1917) 25
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Rudolf Schmidt.

Familienmitgliedes der Herrschaft hatten die Falkenberger beizutragen, wie aus einem Rezeß vom 21. Oktober 1616 hervorgeht:

Zum 5ten beschweren sich die Falkenberger, daß sie zur Aus­steuer von Holzendorfs Schwester ein mehreres kontribuieren müssen als sonst. Von alters sind sie nur schuldig gewesen zu geben dafür V« mark. Gulden, eine Gans oder dafür 3 Gr. 6 Pf., ein Huhn oder dafür 1 Gr. 6 Pf., eine Mandel Eier oder 2 Groschen 6 Pf.. Es soll dabei verbleiben, sagt der Rezeß.

Auch übe» die Speisung bei ihren Dienstleistungen beschweren sich die Falkenberger:

Zum 6tcn beschweren sie sich, daß wenn sie ihre Hofdienste tun, gar zu geringe gespeiset werden und gar zu kleine Kulcc h en Brot bekämen, da doch seine (des von Holzendorf) Vorfahren ihnen das Morgenbrot und dann die Mittag- und Abendmahlzeit gegeben und soviel Qctränkc, daß die Leute sich versättiget. Holzendorf versprach, sich zu bessern. In dem Rezeß vom 15. Juni 1623 versprach Dietrich von Holzendorf:

Den Fischern von Falkenberg von Viti an bis Michaelis zu geben 2 Scheffel Roggen, 1 Pfund Schafbutter, 1 Mandel Käse und die Ernteschleie, so sie jährlich gegen die Ernte geben müssen, zu cedieren und fallen zu lassen, auch beim Grasmähen des Tages 1 Tonne Bier und beim Harken Cowent (== Dünnbier). Wenn aber Michaelis verflossen, will von Holzendorf, so oft sie zu Dienst kom­men, ihnen wiederum zu essen geben. Dafür müssen die Fischer bei Sonnenaufgang auf dem Hofe sein und dürfen erst wieder bei Sonnenuntergang abgehen.

Die Verpflichtungder Herrschaft jährlich 3 vierspännige Fuhren Mist zu geben lösten die Falkenberger 1797 durch eine Geldabgabe von je 8 Gr. für die Fuhre, zusammen also alljährlich für 1 Taler ab.

Gelegentlich überspannte die Herrschaft auch ihre Forderungen, wie z. B. aus einer Eingabe der Gemeinde an den König hervorgeht (22. Juni 1804). Die Eingabe bezieht sich darauf, daß auf Vorstellung der Gemeinde hin dem von Jena aufgegeben worden sei,uns in Hinsicht der zu leistenden

Baudienste möglichst zu schonen.allein statt dessen läßt der von Jena

alltäglich drei Mann von uns zum Baudienste bestellen und zwar Woche aus und ein. Dadurch werden wir in dem Betriebe unserer eigenen Wirtschaft gar sehr zurück gesetzet und sind solches auszuhalten nicht' imstande, denn da unsere Gemeinde nur sehr klein, kommen die Baudienste sehr jeschwind herum, und wenn wir alle Tage auf dem Baudienst sein sollen, müssen wir unsere eigenen Wirtschaften unbetrieben liegen lassen.

Die weitere Entwickelung der Verhältnisse ist wesentlich verschieden von den sonst in hiesiger Gegend beobachteten Vorgängen. Einige besondere