Heft 
(1917) 25
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Robert Jlielke.

altnordischen büa-bauen und ist in allen germanischen Sprachen belegt 26 ) und klingt sowohl in dem altnordischen bur-Speicher, als auch in der, in altc,n Nürnbergei Rechnungen enthaltenen Benennung butz lür den Dachstuhl des Fünfeckigen und eines anderen Turmes hindurch. Zu den oben erwähnten bremischen Hütten kommt Butz für ein altes baufälliges Gebäude noch in Engern vor, wie Jellinghaus berichtet 27 ). Auch in der Bezeichnung Butz für die Gänsebuchl in Ferdinandshof (M.) tritt diese Herleitung zutage, wie in dem Namen für Waschfaß im südlichen Mecklenburg-Strelitz, das sonst auch volkstümlich Stückdiem genannt wird. Die alten Wasserfässer auf dem Markte von Temgjin hießen gleichfalls in deutlicher Anlehnung an Jas Ur- wort Buttkühm oder Bütte (M.). Der Ausdruck umbutzen für um­ziehen in Anhalt (M.) ist jedenfalls aus derselben Quelle gekommen wie das Wort Bude, das selbst auf Schiffen Platz gefunden hat und im Gegensatz zu der Kapitänskoje den Aufenthaltsort der Mannschaft bezeichnet. (M.). Dagegen ist die Butze auf den Havel- und Elbschiffcn, wie mir von dem verstorbenen, aus Strodehne gebürtigen Professor Dr.Schaar mitgeteilt wurde, umgekehrt im Vorderteil der Schiffe für die Mannschaft* hinten die Bude für den Schiffseigner 28 ). Die weite Wandlungsfähigkeit der Butze erhellt aus den Wortformen Kabuse (Berlin M.), Klabutz (Kr. Neuruppin V.) und Kietz a. E. (V.) 29 ) und den vielen Ausdrücken Butze, Butzemann u. a., die einen Kinderschrecken darstcllen und unschwer mit der Entwertung des alten Begriffs zu vereinigen sind 30 ).

Daß wir es nach dem Voranstehenden mit einem sehr alten Sprachgut zu tun haben, kann kaum einem Zweifel unterliegen, auch daß die Butze mit mit dem Dielenhaus ins Land gekommen ist, dürfte bei dem Zusammenfällen mit der Dönse und beider Beziehungen zum Westen gesichert sein. Wäh­rend wir aber für die Lage der alten Dönse keinen Anhalt haben, können wir in den Strichen mit dem unveränderten Sachsenhause die Lage der Butze durch den Vergleich mit dem westdeutschen Butzen-Gebiet in dem hin­teren Teil des Hauses in der Nähe des Herdes vermuten. Davon ist aber in Brandenburg keine Spur zu finden. Selbst in der Lenzer Wische

2e ) Gotisch bauan, angelsächsisch büan, büvan, altsächsisch büan. büwan, büön, althochdeutsch büwan. pvlwan, büwen, püan, büan. püen, büen, mittelhochdeutsch büwen, büen, bouwen, biuwen. Schade. Althochdeutsches Wörterbuch.

27 ) Jellinghaus. Mitt. d. Osnabriickischen Geschichts-Vereins 1005 S. 8.

2S ) Strodehne ist ein altes Fischer- und Schifferdorf. Schließlich ist auch nach Schiller-Liibben das Wort Butze auf das ganze ßchiff übergegriffen, das ein kleines Heringsschiff bezeichnet.

s9 ) In Ostfriesland Kabuf, Kabuffe, in Westfalen auch als Klabutse ein altes baufälliges Haus oder schlecht eingerichtete Kammern bezeichnend. Berghaus a. a. O.

**) In Templin hört man butzen, bützen für Anstoßen der Murmeln beim Spiel M.), auch für den Treffer; in Treuenbrietzen wird die Menge derWippkugeln als Butzen bezeichnet (M.), während der große Wurf in Pritzwalk Butz genannt wird.Hat is min Butz (M.). Eine Hanfbutz-Vogelscheuche habe ich in der Uckermark kennen gelernt.