Heft 
(1917) 25
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1. (1. außerordentliche) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.

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Ländern Anerkennung und Nachahmung gefunden. Die Art unserer heutigen: Ringversuche, auf welche wir stolz sind, ist aber bereits von Frisch, wenn auch in primitiver Form, zur Anwendung gebracht worden. Auch hierbei zeigt sich, wie der große märkische Forscher seine Vorgänger in der Erforschung des Lebens der Vögel überholt hat und seiner eigenen Zeit weit voraus war.

Zum Schluß seiner Ausführungen weist Herr Schalow auf die große, von Frisch zusammengebrachte Vogelsammlung hin, welche nach dem Tode des Gelehrten, 1743, in den Besitz des Freiherrn von Vernezobre in Berlin überging und von diesem 1759 der Sozietät der Wissenschaften geschenkt wurde. -Wohin sie dann gekommen ist, hat sich bis jetzt nicht feststellen lassen. Da die Taxidermie in jener Zeit noch im Entstehen begriffen war, so darf wohl angenommen werden, daß die Sammlung zerstörenden Insekten zum Opfer gefallen ist.

Reicher Beifall wurde dem Vortragenden gespendet.

1. (i. auBcrord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.

Palmsonntag, den 16. April 1916.

Wanderfahrt nach Oranienburg.

Bei schönem Frühlingswetter wurden wir (mehr als 50 Teilnehmer) auf dem Bahnhof in Oranienburg von u. M den Herren Lehrern M. Rehberg und W. Westphal, empfangen.

Schon am Bahnhof gewinnt man den Eindruck, daß Oranienburg eine prächtig aufblühende Stadt ist. Dem schmucken Bahnhofsgebäude sieht man es nicht an, daß es aus einem alten unansehnlichen Ziegelbau geschaffen worden ist. In geschickter Weise hat man es dem gegenüberliegenden wuchtigen Real­gymnasium anzupassen verstanden. Dieses hat die Stadt mit einem Kosten­aufwand von 600000 M. errichten lassen. Der Weg zuder Kurfürstin Gelübde, wie man das Waisenhaus wohl genannt hat, führte durch die Bahnhofstraße, den Kurfürstensteig, über die Luisenbrücke, durch die Post­straße und den Kirchgraben, an der Nikolaikirche vorüber. Von der Luisen­brücke genießt man einen hübschen Blick über die von grünen Wiesen be­gleitete, für 600 Tonnen-Schiffe kanalisierte Havel und auf das altersgraue Schloß. Von der Poststraße aus, in welcher die Präparandenanstalt ge­legen ist, wurde ein kurzer Abstecher zu dem 1907 erbauten neuen Amts­gericht gemacht, das mit dem Reliefbild St. Georgs im Kampf mit dem Drachen geziert ist.

Der Kirchgraben kennzeichnet den Verlauf des ehemaligen Stadt­grabens. Er führt von der Berliner Straße aus hinter dem Grundstück des Waisenhauses und der Superintenderitur vorüber zur Havelstraße.