2. (1. ordentliche) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.
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lichkeit der Darstellung und die genaue Angabe der Einzelheiten lassen mit Sicherheit annehmen, daß Bürgermeister Becker schriftliche Grundlagen, die von ihm selbst herrühren, benutzt hat. Außerdem berichtet er als Augenzeuge. Gegen die Glaubwürdigkeit des Berichts läßt sich also wohl nichts einwenden. (Vergl. Oranienburger General-Anzeiger vom 16. April 1916.)
Vorlage: Korr. Blatt der Deutschen Ges. für Anthrop. Ethnologie und Urgeschichte vom Jan./März 1916. Darin zu beachten: „Hermann Klaatsch f" (von Thilenius), ausführlicher Nachruf für den rühmlichst bekannten Anthropologen Prof. Dr. Hermann Klaatsch an der Breslauer Universität. Am 3. Januar verstorben, 53 Jahre alt, aus einer mir von meiner Schulzeit auf dem Friedrich-Werderschen Gymnasium her wohl bekannten alten Berliner Arztfamilie stammend. Schade um den Verlust dieses ebenso unerschrockenen wie fruchtbaren Forschers!
Im Bericht der Bonner anthrop. Ges. vom 14. Dezember 1915 verbreitet sich Prof. Max Verworn in ausführlicher Begründung über die „Kultur der Rentierzeit". Wie die Kultur des älteren Palaeolithikums ist auch die der Rentierzeit oder das jüngere Palaeolithikum eine Jägerkultur. Sehr beachtenswert für unsere Mitglieder, die sich um die letzte altsteinzeitliche Kultur vor den ältesten Anfängen der neolithischen Epochen unterrichten wollen.
Vorlage: Das Aprilheft des Fischerei-Vereins für die Prov. Brandenburg enthält, worauf unser II. Vors., Geheimrat Uhles, besonders aufmerksam macht, eine ganze Reihe fischereigesetzlicher Aufsätze mit Bezug auf das neue Preuß. Fischereigesetz. Ich weise immer wieder, so auch heut, darauf hin, daß in keinem Erwerbszweig sich so viel Ursprüngliches, Heimatkundliches und Kulturgeschichtliches erhalten hat, wie in der Fischerei. Ackerbau und Viehzucht, Jagd- und Forstwesen treten hier heute für uns Heimatkundler bei Weitem zurück.
Vorlage. Beispiele für Grabmäler „der Provinz Brandenburg“ (dritte Folge), herausg. von der Brandenb. Provinzial-Bauberatungs- stelle. Geschenk des Herrn Landesdirektors. Der Krieg sorgt leider dafür, daß diesem kulturgeschichtlichen Gegenstand größere Teilnahme denn je zugewendet werden muß.
Hierauf hielt Herr Prof. Dr. Otto Pniower einen beifällig begrüßten Vortrag: „Kirchliche Kunst in Berlin um die Wende des 16. Jahrhunderts.“ Interessant war hierbei der Nachweis, wie enge sich die hiesige Kunst an süddeutsche Vorbilder anlehnte.
Zur Vorlage und Besprechung gelangte auch ein größerer Aufsatz unseres Schriftwarts Dr. Albert Kiekebusch: „Aufgabe und
Einrichtung der Vorgeschichtlichen Sammlungen“. Mit 9 Abbildungen. (Sonderabdruck aus „Museumskunde“, Bd. XII, Heft 1.) Der Verf.. Leiter der vorgesch. Abt. und der Ausgrabungen des Märk. Museums,