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Rudolf Schmidt,
der Brandenburg. Landeskunde III. Band, Seite 178 u. ff.) entgegenbringt. Haben sie doch schon so manches Menschenopfer gefordert, und die Unglücksfälle kommen vor an gewissen Tagen im Jahr. Namentlich wird als solcher der Johannistag genannt. Dann sieht man rote, grüne und gelbe Bänder auf dem Wasser schwimmen: die sichtbaren Zeichen, daß einer ertrinken muß (14). In Mohrin (Krs. Königsberg N.M.) ist es der Marientag (19). Bei der Havelberger Fähre bemerkt man, wenn einer ertrinken muß, gar wunderliche Zeichen (55). Um das Verhängnis abzuwenden, bringt man dem Wassergeist gewisse Gaben dar; im Kreise Cottbus frischgebackenes Brot (31). Der Müller, dessen Mühle ja von jeher ein bevorzugter Aufenthaltsort des Wassermanns war, opferte ihm, wenn die Räder gar zu sehr pfiffen, ebenfalls Brot. Wurde aber der Lärm zu groß, dann mußte etwas Lebendiges ins Wasser geworfen werden, ein schwarzes Huhn, eine Ente oder Taube; auch ein schlechtes Ferkel nahm man dazu sonst starb bald jemand (Schulcnburg in der Brandenburg. Landeskunde III. Band, Seite 174).
Es gibt männliche und weibliche Wassergeister, die gefährlicheren sind die ersteren. Man kennt sie in brandenburgischen Landen unter den verschiedensten Namen:
Jeden, der bei Wassermühlen : Sagt Valet dem Lichte hold,
Wer beim Baden untersinket,
All die hat der Nix geholt.
Ueber des Nixen Wohnung sagt Carl Bolle (Brandcnburgia-Monatsblatt II. Seite 259):
Wo die Wasser leise spülen Um bemooste Erlensümpfe,
Gelbe Iris hoch auf Stielen
Sprossen aus dem Schlamm der Sümpfe;
Wo verdeckt an Uferbänken,
Unterirdisch Strömung lief;
Wo die Buchten, wo die Schlenken Mehr als andernorts sind tief;
Dorten, in kristallener Frische Wohnt der Nix, der Wassermann.
Der Wassermann verabscheut Geselligkeit und mag auch im allgemeinen die Menschen nicht leiden, ist aber trotzdem gegen Liebe nicht unempfindlich, wie das alte Spinnstubenlied aus der Nutheniederung beweist:
Es läuft ein kleiner Wassermann Vom Berg bis über die See.
Er freit nach Königs Töchterlein,
Nach die schöne Dorothee.