Heft 
(1917) 25
Seite
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Rudolf Schmidt,

aberliefen sie vor Angst fort (24). Der Wassermann von Schleife springt immer rücklings ins Wasser (25). Um Kämpfe mit seinesgleichen im Wasser auszuführen, borgt sich der Nix von den Menschen gewisse Mordinstrumente, so z. B. im Kreise Jüterbog-Luckenwalde ein scharfes Messer (17); in Guben hat der Wassermann durch längeren Aufenthalt und gute Kost bei seinem Dienstherrn sich so gekräftigt, daß er den Kampfnachher auch wirklich bestanden hat.Das Blut bulgte aus dem Strom nur so herauf

(17) . Man fand aber auch schon vom Wassermann erwürgte Menschen am See (36;. Eine Kindbetterin trugen Nicker kleine graue Männchen aus dem Bette fort. Im Garten konnten sie jedoch nicht an dem dort stehenden blauen Orant vorbeikommen, sodaß sie die Frau wieder frei geben mußten

(18) . Einer schwangeren Frau im Kreise Cottbus zeigte der Nix seine Wasserwohnung (vergl. auch 12) und holte auch für sie die bald notwendige Hebamme (26). Um die Kinder in der Wiege vor den ihnen nachstellenden Wassergeistern zu schützen, legt man ihnen ein Gesangbuch unter das Kopf­kissen oder hält einen Vogel im Zimmer (33) Haben die Wasserkobolde aber einmal das Kind berührt, behält esfür immer vier rote Flecke auf der Stirn (36). Daß Menschen den Wassermann gelegentlich durch ihre Klugheit überlisten, hat der TrebendorferWodernix und derjenige im Scharmützelsee erfahren (27, 33). Einen humorvollen Beigeschmack hat die Verprügelung des Wassermanns durch den Fischer Seibergetan (54). Padden und Kröten sind offenbar Lieblingstiere des Wassermanns. Dem Fischer Seibergetan speit der Nix Padden entgegen und bei einem Fischer im Spreewald will die Frau des Wassermanns sich Kröten braten (62). Vor Bären hat der Nix große Angst, sie verscheuchen ihn gänzlich (29). Der Koblosee (Krs. Lübben) hat seinen Namen erhalten nach einem kleinen roten Männchen mit roten Mohriibenfingern, das in ihm hausen soll. Um die Mittagszeit kommt es allemal aus seiner feuchten Wohnung hervor (36). Gern äfft der Wassermann die Leute,, ruft über den See und klatscht in die Hände, ohne daß man das Woher und Wohin feststellen kann (37, 38). Wehe, wer den Versuch macht, den Wassergeistern etwas wegzunehmen.Bringt unsern Barsch zurück, sonst gehts Euch schlecht! riefen die Geister aus der Tiefe den Fischern auf dem Teufelssee bei Schönwalde zu (44). Auch jede Beleidigung des Wassermanns muß man mit dem Tode büßen (53). Fischer, welche die Tiefe des Tegeler Sees messen wollten, sahen ein rotes Männchen aus dem Wasser kommen, das ihnen zurief:Wenn du unsere Welt willst meten, sollst du dine bald ver- jeten, der Wassergeist des Stechlins ist ein gewaltiger purpurroter Riesen­hahn, der seine Heerde gegen die bösen Menschen schützt (48), während der Wassermann in der Rath enower Gegendwie ein junger Hahn aus­sieht (54). Eigenartig ist eine Sage aus der Coepenicker Gegend. Ein ins Moor versunkenes Kind wird vom Wassermann treulich gespeist, so tage-