Heft 
(1917) 25
Seite
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180 18. (8. ord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.

Zeit vor, die 1) das Seewesen Kurbrandenburgs, 2) märkische Schiffsmotive zum Gegenstand haben. Es sind dies:

1) Lieve Verschuiers (von Rotterdam) GemäldeDie Kurbranden- burgischc Flotte von 1684. Das Original, im Kgl. Schloß zu Berlin, ist wertvoll für uns als Kunstwerk, ferner weil es das lückenhafte Material über die Kurbrandenburgische Marine ergänzt und ein Erinnerungsstück an jene Marineepoche bedeutet. Die Entstehung des Bildes bringt Redner in Zu­sammenhang mit der Begründung jener Flottenschöpfung i. J. 1684, die den Kurfürsten von den geheuerten Schiffen Raules unabhängig machte.

2) Michael Madderstegh von Amsterdam (16591709). Von seinen Gemälden ist uns nur ein einziges erhalten,Die Kurfürstlichen Lustjachten zu Cöpenick, das sich im Kgl. Schloß zu Berlin befindet. Von 3 anderen verloren gegangenen Gemälden besitzen wir wenigstens Kupferstiche. Es sind dies:

a)Berolinum Residentia Electoralis Brandenburgica (Die Kurfürstl. Brandenburgische Residenz Berlin), Stich von Augustin Oldenburgh (von Amsterdam), 1699.

b) Die zu Amsterdam erbaute LustjachtFriedrich König Friedrichs I., die 1708 am 8. März ihren feierlichen Einzug in Spreeathen hielt, Stich von Joh. Georg Wolfgang (Vergl. Brandenburgia, XXI. Jahrgang (1912), S. 40).

c) Die Kurfürstl. Schiffbauwerft zu Havelberg, Stich von Augustin Oldenburgh. o. J.

Exemplare der Stiche zu a) und c) befinden sich in der Kartensammlung der Kgl. Bibliothek zu Berlin, und im Archiv der Stadt Berlin, der Stich b) ist mehrfach in öffentlichen Sammlungen vertreten.

Redner betont unter paralleler Vorführung der Originalstiche und ihrer Bearbeitungen die Priorität der nach den Maddersteghschen Originalen ge­fertigten zu a) und c) angeführten Stiche vor denen, die Peter Schenk (1645 bis 1715) in z. T. vollkommener Anlehnung an die Originale der Arbeiten zu a) und c)*) sowie des Gemäldes Cöpenick geschaffen hat, und die die Stiche Oldenburghs zu Unrecht verdrängt haben; er empfiehlt ihre ein­gehende Beachtung wegen ihres heimatkundlichen Wertes.

Zum Schluß führt Redner noch einige Stiche P. Schenks vor, eigenen Entwurfes (Caputh, Berlin, Oranienburg) sowie das malerische Bild eines Spreekahnes, nach einem Stich, dessen Wiederauftauchen den Zeitereig­nissen zu verdanken ist. Bei der allgemeinen Metallbeschlagnahme wurde eine Messingplatte, auf der das Bild eingraviert ist, dem Kustos des Mär­kischen Museums, Herrn Prof. Dr. Pniower, zum Kauf angeboten und von ihm für die Sammlungen des Museums erworben.**) Mit dem Verlesen

*) Vgl Brandenburgia, XX. Jahrgang (19111, S. 321.

**) Vgl.Zeitschrift für Binnenschiffahrt 1915, S. 130.