Heft 
(1917) 26
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3 . ( 2 . außerord.) Versammlung des XXVI. Vereinsjahres.

gellenden Mittelalters bis zu den zierlich feinen Porzellanschöpfungcn des Rokoko und der unmittelbar folgenden Epochen. Während Dr. Straube einen mehr geschichtlichen Ueberblick gab und auf die Entwicklung sowie die unterscheidenden Merkmale der einzelnen Techniken des Steinzeugs und Stein* guts, der Bauern- und der echten Fayencen sowie des Porzellans einging, betonte Herr Prof. Pniower vorzugsweise die ästhetische und die stilgeschicht­liche Seite. Bei der Betrachtung der im sog. Rokokosaalc aufgestellten Por­zellane wurden von ihm die einzigartigen, unübertroffenen Schöpfungen des Rokoko eingehend gewürdigt und sodann die Stilwandlungen, die der Klassi­zismus, das Empire und das Biedermeier brachten, an einzelnen Beispielen hervorgehoben.

Besonders verwiesen wurde von beiden Herren jedesmal auf Neu­anschaffungen und Neugruppierungen, wie sie in ausgedehntem Maße nament­lich während der letzten Jahre in den beiden keramischen Abteilungen des Märkischen Museums vorgenommen sind.

Zu unserem aufrichtigen Bedauern haben wir unseren Archivar, Herrn Rechnungsrat a. D. Karl Altrichter, zu Niederschönhausen, am 23. April d. Js. nach längerem, schwerem Kranksein verloren. Er war seit 6. April 1892 unser geschätztes Mitglied, dem wir ein treues Gedenken be­wahren. Die Archivargeschäftc hat der Vorstand unserem A. M. Herrn Christoph Voigt übertragen.

Die 3. iz. auDirord.i Versammlung des XXVI. Vereinsjahres

Sonntag, den 13. Mai 1917, 11 Uhr,

war der Besichtigung des Lagerhauses, Klosterstr. 76, gewidmet. Füh­rung und Erklärung hatte unser A. M., Herr Chr. Voigt, übernommen. Die Teilnehmer standen unter dem Eindrücke, daß mit dem Verkauf des statt­lichen Gebäudes 16 Fenster Front an die Untergrundbahn wieder ein Zeuge Alt-Berliner Baukunst in absehbarer Zeit verschwinden wird, und so hätte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft von Mitgliedern und Gästen (unter letzteren Angehörige des Vereins für die Geschichte Berlins) ein­gefunden, um der Stätte der ersten Hohenzollernrcsidenz auf Berliner Boden in heimatkundlichem Gedenken zu huldigen.

Seine Einzelerläuterungen faßte der Führer bei der Besichtigung zum Schluß in einem Vortrage über den bauliethen Charakter und über die Ge­schichte des Lagerhauses zusammen, mit dessen wörtlicher Wiedergabe wir den Wünschen der Teilnehmer entsprechen.

Schließlich benutzten letztere die vom Vorsitzenden ergangene An­regung, sich noch in die Schätze des gegenüber bclegencn Museums für Volkskunde zu versenken.