Heft 
(1917) 26
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Ernst Friedei *f\

In die Trauer um die Edelsten unseres Volkes, die Opfer des Völkerringens unserer Tage, fällt unser tiefer Schmerz über den Heimgang unseres Ehrenvorsitzenden, des Geheimen Regierungsrates, Stadtrates a. D. und Stadtältesten von Berlin:

Ernst Friedei,

der uns am Sonntag, den 10. März 1918, nachmittags 1 / a 4 Uhr, nach langem, schwerem Leiden genommen ward.

An seiner Bahre trauern seine Gattin, Marie, geb. Schenk, seine Kinder, Gesa Friedei, der Oberarzt Erwin Friedei mit seiner Frau und zwei Enkelkinder. Aber auch weite Kreise Berlins, Deutschlands und des Auslandes teilen sich mit den Angehörigen in die Trauer um das Ableben des ihnen so nahestehenden Mannes.

Lange befürchtet, zu früh für unser Hoffen und Wünschen hat der Tod Ernst Friedei aus dieser Zeitlichkeit abberufen und damit unsere Brandenburgs ihres Begründers und geliebten Führers beraubt.

Es wird Sache der Fachwissenschaft sein, Friedeis Verdiensten auf seinem ureigenen Forschungsgebiete, der Vorgeschichte, eine Würdigung zu teil werden zu lassen, wenn die Saat der Liebe zur Heimat, deren Knospen und Sprießen er noch erleben durfte, einst reiche Frucht tragen wird.

Für uns gilt an dieser Stelle Friedei vorzugsweise als Begründer und Leiter seinerBrandenburgs, für die er in einem langen und gesegneten Leben mit vollster Hingebung geforscht und gewirkt, wie er dann seine unermüdliche Arbeit auf den verschiedensten Gebieten des Wissens stets diesem Zweck dienstbar gemacht und in der Erzielung schöner Erfolge eine Anerkennung seiner Bemühungen gefunden hat.

Eine eingehende Darlegung vom Lebensgang und Wirken Friedeis hat weiland Dr. Gustav Albrecht im Archivband derBranden- burgia (12. Band 1907) uns geliefert und damit ihm zum,70. Geburts-

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