50
Ernst Friedei f.
tag in aufrichtiger Verehrung ein Denkmal gewidmet. Treue Freunde haben an seinem Grabe und bei seiner Gedächtnisfeier seinen Lebensgang und sein Wirken geschildert und diese schönen Worte, die wir weiterhin folgen lassen, sollen uns ein getreues Bild von der Persönlichkeit Friedeis geben.
Der Beisetzung zu Friedrichsfelde ging am 14. März mittags 12 Uhr eine
Trauerfeier
in der Dorotheenstädtischen Kirche vorauf, der Friedei in seiner Eigenschaft als Patronatsältester der Kirche nahestand. Vor dem Altar war der Sarg aufgebahrt. Eine Fülle von Kränzen zeugte von der Liebe und Verehrung, die ihn als Scheidegruß auf seinem letzten Wege begleitete.
Unter diesen Gaben waren vertreten außer der „Brandenburgia“: der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin, die Dorotheenstadt-Gemeinde, das Märkische Museum, weiterhin viele Körperschaften, Vereine und Freunde des Verewigten.
Vom Magistrat Berlins waren erschienen: die Herren Geh. Medizinalrat Stadtrat Dr. Strassmann, Stadtrat Selberg, Stadtsyndikus Hirsekorn u. a., als Vertreter der Stadtverordneten Herr Stadtverordnetenvorsteher Michelet und Stadtverordneter Gericke.
Orgelspiel und der Gesang „Befiehl du deine Wege“ leitete die Feier ein. Der Kirchenchor sang: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“, worauf Herr Pfarrer Henckel des Entschlafenen gedachte.
1 . Kor. 4 , 1 . 2 .
Hochansehnliche Trauerversam mlung! Liebe Leidtragende!
Dumpf tönt der Totenglocken Trauergeläut. Der grausame Schnitter, der in diesen Kriegsjahren so reichlich Ernte gehalten, tritt wieder unter uns. Ehrfürchtig beugen wir uns vor seiner unentrinnbaren Gewalt, der auch das größte und edelste Menschentum zum Opfer fällt. Zwar kommt er heute nicht als der unheimliche Zerstörer, sondern als erwarteter Friedensengel, der leise das verlöschende Licht ausbläst, aber wieder empfinden wir mit tiefem Weh die Vergänglichkeit alles dessen, was uns lieb und teuer ist. Der Tod hat nicht leichte Beute gemacht. Ein Jahr lang hat sich die starke Lebenskraft des teuren Heimgegangenen seiner erwehrt, bis jetzt der Geist seine Macht verlor und der Wille zum Leben erlosch. Die hellen Augen, die einst so freudig und liebevoll ins Leben hineinschauten, waren müde geworden, und der feine Gelehrtenkopf, den er so stolz und frei trug, sank kraftlos auf die Seite.
Nun ruht er aus von seiner Arbeit, der rastlos nimmermüde Mann. Aus seiner Dorotheenkirche, der er von seiner Kindheit bis an den Tod treu geblieben, der er 44 Jahre lang als Patronatsältester in Liebe gedient hat, wollen wir ihn hinaus be gleiten zu der friedlichen Stätte, die er selbst einst mit hat schaffen helfen, auf der er schlummern soll mitten unter den Bürgern der Stadt, der seine Arbeit und sein Herz vehört hat. Berlin ist um einen seiner besten Söhne ärmer. Lind wenn heute bei der