Heft 
(1917) 26
Seite
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Kleine Mitteilungen.

Ursprungs, sondern rührt von der ältesten Art der doppelten Buchführung, von den bei den Brauern und ihren Kunden noch bis in unsere Zeit gebrauchten Kerbstöcken her, deren Einschnitte nach damaligem Sprachgebrauch ,.in- cistones (Einschnitte) genannt wurden. Das spätere WortAccise" ist daher weiter nichts als eineneu hinzugekommene Ziese.

Giesensdorf. Bei einem Einbruch in die Kirche zu Giesensdorf (bei Gr.- Lichterfelde) wurden außer der Altardeckc 2 zinnerne Leuchter und ein Taufbecken von Messing gestohlen. Der Verlust des letzteren ist deshalb zu beklagen, weil es schon viele Jahrhunderte alt war und eine Inschrift enthielt, deren Entzifferung den Altertumsforschern ganz unmöglich ge­wesen ist.

(Berl. Pfennighlätter 1849, S. 492.)

Alt-Berlin.

Im großen hastenden Berlin,

Da ist ein ewiges Lärmen;

Mit Klingeln, Rattern, Fauchen ziehn Die Wagen da in Schwärmen;

Da kommt kaum in der Nacht zur Ruh Das tosende Gejage;

Da hört nicht Einer lauschend zu Dem Singen der Frau Sage.

Was gälte auch an solchem Ort Der Sage Art und Name!

Doch Überall gellt da das Wort Der Dirne, der Reklame,

Die alle Straßengänger lockt,

Die alle blöd bestaunen-

Nur wo das Wogen ebbt und stockt, Hörst du die Sage raunen!

' Das ist in Winkeln dämmermatt,

In Höfen und in Gassen,

Wo aller Schein und Hall der Stadt Verklingen muß und blassen;

Wo weiche Schatten hin und her Vom Tor znm Giebel weben,

Wo alte Namen ruhmesschwer Den Wänden Würde geben;

Wo Urgroßväterzeitenruhm Den Rost und Staub läßt blinken Wo schlürfendes Philistertum Sacht drückt auf Kupferklinken;

Wo überall man Katzen sieht!

Da singt an jedem Tage Ihr altes altberliner Lied | Im Dämmerlicht Frau Sage.

Das stimmungsvolle Gedicht ist uns vom Verfasser, Herrn Professor Dr. Marx Möller, freundlichst zur Verfügung gestellt worden.

Schriftleitung: Ohr. Voigt, Oharlottenburg, Sybelstraße 31.

Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten. Druck von P. Stankiewicz Buchdruckerei G. m. b. H., Berlin, Bernburger Str. 14.