Heft 
(1917) 26
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7. (f>. außerordentl.) Versammlung des XXVI. Vereinsjahre».

7. (6. ausserorilentl.) Versammlung.

Mittwoch den 19. September 1917.

Ausflug nach Tegel.

Die bei vorzüglichem Wetter unternommene Wanderung richtete sich nach Schlößchen Tegel und dem anschließenden Humboldtschen Park mit den historischen Gräbern. Frau Hofmarschall von Heinz als Besitzerin dieser klassischen, allen Deutschen werten Stellen, hatte die Erlaubnis zur Besichtigung freundlichst erteilt. Hier mögen per­sönliche Einzelheiten der Humboldt-Heinzschen Familie am Platze sein, die wir den Angaben unseres hervorragenden hochgeschätzten Genea­logen Dr. Kekule von Stradonitz in seinen BerichtenAus dem ge­sellschaftlichen Leben im Berliner Lokal-Anzeiger entnehmen.

In dem bei La Fere Champenoise auf dem Felde der Ehre ge­bliebenen Leutnant im 2. Garde-Regiment z. F. Karl Egon von Heinz ist der dereinstigevoraussichtliche Erbe des weltbekannten Schlosses Tegel bei Berlin dahingegangen. Der Verstorbene war ein Ur-Urenkel von Wilhelm von Humboldt. Das beruht auf folgenden Abstam­mungstatsachen. Wilhelm von Humboldt hatte zwei Söhne und drei Töchter. Die beiden Söhne waren: Theodor von Humboldt-Dachroeden, gestorben 1871, und Hermann von Humboldt, gestorben 1870. Die älteste Tochter war die bald nach dem Vater, der bekanntlich 1835 gestorben ist, unvermählt verstorbene Karoline von Humboldt. Die zweite Tochter war: Adelheid, geboren 1800, gestorben 1856 als Ge­mahlin von August von Hedemann, der 1859 als Königl. Preuß. Ge­neral der Kavallerie a. D. gestorben ist. Sie besaß Tegel von ihres Vaters bis zu ihrem eigenen Tode. Da sie kinderlos verstarb, fiel das Gut dann an ihre jüngste Schwester Gabriele, geboren 1802. 'Diese vermählte sich 1821 mit Heinrich von Bülow, nachmals Gesandten zu London, zuletzt Königl. Preußisch. Kammerherr, Wirkl. Geh. Rat und Staatsminister des Auswärtigen, gestorben 1846; aus dieser Ehe stammte Konstanze von Bülow, geboren 1832, die noch heute am Leben und gegenwärtig Eigentümerin von Schloß Tegel ist. Sie ist die Witwe des 1867 verstorbenen Oberleutnants Karl von Heinz, des damaligen Hofmarschalls des Kronprinzen von Preußen, des nachmaligen Kaisers Frie­drich 111. Karl von Heinz hat lange Jahre, erst als militärischer Be­gleiter und Adjutant, dann in der vorerwähnten Stellung diesem Fürsten sehr nahe gestanden. Aus dieser Heinz-Bülowschen Ehe stammt: Wilhel m, geboren 1861, zurzeit Rcg. Rat beim (3berprasidium zu Hannover, der mit Melanie, geborene von Pestei, geboren 1867, vermählt ist, und der älteste aus 3 Söhnen dieser Ehe endlich war