Heft 
(1917) 26
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19. (6. ordenti.) Versammlung- des XXVI. Vereinsjahres.

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Schon die frühere Tennishalle, die zu einer Bildergalerie ausgebaut und mit dem Museum durch einen verdeckten Gang verbunden wurde, weist neben den drei Kolossalgemälden Anton von Werners (Die Kaiserproklamation in Versailles,Die Reichtagseröffnung am 25. Juni 1888,Moltkes 90. Geburtstag) ein Bild auf, dessen Schicksal mittel­bar durch den Weltkrieg bestimmt wurde. Es ist das Werk Röchlings: Das Petersburger Grenadierregiment Friedrich Wilhelm III. in der Schlacht bei Leipzig-Wachau am 16. Oktober 1813. Es war als Ge­schenk für das Offizierkasino des Regiments bestimmt, doch der Aus­bruch des Weltkrieges verhinderte seine Absendung.

Mitten in den Krieg hinein versetzt uns ein anderes Gemälde von Wislicenus Hand; es zeigt uns den Kaiser bei der Einweihung des Soldatenfriedhofes bei St. Quentin, der für Franzosen und Deutsche gemeinsam ist. Nicht weit davon sehen wir Modelle einer Spreng- granate, ferner von Künstlerhand Typen aus unseren Gefangenenlagern : Sudanneger, Araber, Zuaven, Gurkhas, das vergiftete Messer zwischen den Zähnen, und diese Galerie trägt die BezeichnungKulturträger Frankreichs im Kampfe gegen die deutschen Hunnen. Da sieht man die Spitze einer Granate, die unweit des Prinzen Adalbert in der Nähe von ' Ostende niedergefallen ist. Auch Prinz Eitel Friedrich war in Gefahr, von dem Sprengstück einer Fliegerbombe am 3. November 1917 getroffen zu werden. Dieses Sprengstück ist ebenfalls in der Sammlung zu sehen. Auch die große Gänsekielfeder, mit der der Kaiser am 1. August 1914 die Mobilmachungsorder für Heer und Flotte Unter­zeichnete, fehlt nicht.

19. (6. ordenti.) Versammlung.

Mittwoch, den 27. Februar 1918 im Märkischen Museum.

1. Vortrag des Vereinsarchivars Herrn Chr. Voigt über den Stand des Ubootskrieges an der Hand zweier vom Admiralstab der Marine herausgegebenen Karten, England und Mittelmeer, in denen das für uns so bemerkenswert günstige Ergebnis der feindlichen Schiffsverluste im 1. ' Jahr des uneingeschränkten Ubootskrieges (1. Februar 1917 31. Januar 1918) eingezeichnet ist. Der Vortrag war mit Rücksicht auf seinen zu öffentlicher Ansage nicht geeigneten Charakter nicht in das Programm aufgenommen.

2. Vortrag des Herrn Dr. O. Karstedt: Die Deutsche Kolonial­politik beim Friedensschluß.