Heft 
(1919) 27
Seite
23
Einzelbild herunterladen

Das Meisterbuch der Schneiderszunft von Liebenwalde 23

oderOster-,Johannisquartal.) Die Versammlungstage innerhalb des Quartals wechselten in den einzelnen Jahren.

Die neuen Meister wurden teils als Stadtmeister, teils als Land­meister eingeschrieben. Wenn ein Landmeister nachträglich Stadtmeister werden wollte, musste die Zunft dies genehmigen.!) Die Schneider der benachbarten in den gelegentlichen Bemerkungen der Liste namhaft gemacht Biesenthal), Dölln%, Falkenthal, Gross-Schönebeck, Hammer*), Klosterfelde, Kohlsdorf®, Kreutzbruch, Liebenberg, Liebenthal, Ruhlsdorf9%, Zehlendorf, Zerpenschleuse.

Von'anderen Schneiderzünften in Brandenburg werden gelegentlich erwähnt die von Alt-Ruppin, Berlin, Biesenthal), Joachimsthal, Lenzen, Neu-Ruppin, Oranienburg, Templin, Zehdenick, von Schneiderzüniten ausserhalb Brandenburgs die von Stolberg a. Harz,

Dadurch, dass teilweise auch die Lehrmeister der Bewerber. genannt sind, erfahren wir die Namen folgender auswärtiger Meister:

Biesenthal:!; Schneck, Cöpenick! 29: Friedrich Blauen, Gransee; 32: Hans Massen, Glambeck: 25: Gottfried Beuster, Hammer: 55: Bülo(damals++) Schönebeck:; Jürgen Betz, Zehdenick: 833: Georg*Brix.

Von diesen Orten gehörten, wie oben bemerkt, Hammer und Schönebeck zum Bereiche der Schneiderzunft L., doch finden sich die betr. Meisternamen nicht in der Liste.

DieListe enthält 169 Namen. Schreibweise und Form der Namen schwanken gelegentlich.) Den Wohnort der Landmeister erfahren wir teilweise erst aus den Vermerken über die Lehrherren jüngerer Meister. Oft werden des Bewerbers Geburtsort, Name und Beruf des Vaters angemerkt. Dass ein Bewerber in Liebenwalde selbst geboren war, was zweifellos oft der Fall war, wird nur gelegentlich vermerkt. Das Lebensalter wird seit 1820 ziemlich regelmässig angegeben, das Bekenntnis(stets das evangelische) mehrfach in den Eintragungen des 19. Jahrhunderts, Häufiger wird gesagt, dass der Bewerber vorher Soldat war und seinen. Abschied vom Regiment genommen habe. Neben den Schneidergesellen traten besonders Küster als Bewerber um das Meisterrecht auf, auch. mehrere Lehrer, soweit sie von früher her im Schneidergewerbe zunftmässig ausgebildet waren. Söhne von Meistern werden häufig erwähnt, gelegentlich auch Schwiegersöhne. Manche Familien­namen wiederholen sich, was ja auch natürlich ist. Die bedeutendsten alten Schneiderfamilien in I. scheinen die Familien Beuster und Gausdorff gewesen zu sein. Der Name Beuster kommt elfmal, der Name Gausdorff sechsmal in der Liste vor. Beide Namen erscheinen auch oft als Unter­schriften. unter den Eintragungen. Ausserdem werden mehrfach erwähnt die Namen Fürstenberg, Schmeltzer(sechsmal), Rücker(fünfmal), Büttner, Müller, Grasso(viermal), Dehnert, Köppen(dreimal), mehrere andere zweimal.°)

1) S. die Bem. zu Nr. 94 der Liste.

Orto gehörten zur Schneiderinnung Liebenwalde. Als solche Orte werden

2) B. gehörte nach dem Meisterbuch im J. 1700 zum Zunftbereich L., stellt

jedoch 1800 und 1816 Meisterhriefe aus, war also damals Sitz einer selbständigen Zunft. 3)= Gross-Dölln.*) Heisst auchHammer zum Pütz.®©) Muss ein K. bei L.

gewesen sein.%) Unweit des Finow-Kanals. 7) S. o.!|

8) Gaustorff, Gausdorff; Schmeltzer, Schmelzer; Holnagel, Hollnagell; Döhring, Däühring; Müncheberg, Müncheberger.)

9, Alles Nähere siehe in den Bemerkungen zur Liste selbst.