Heft 
(1920) 29
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Brandenburg gelegentlich seiner Anwesenheit in Clodow( Kladow bei Lands­berg) dem Abte des pommerschen Zisterzienser- Klosters Kolbatz zum Ersatz für Schaden, den er, seine Vorfahren oder Söhne dem Kloster in den Kriegen mit den Stettiner Herzögen zugefügt hatten, zur Gründung eines Tochter­klosters, Himmelstädt( Locus coeli) den Hof Crevelstorp und eine ganze Anzahl Dörfer, darunter Clodowa( Kladow), Zanzyn( Zanzin), Vycz( Vietz), Pyrene, Genyn und Loppow, sowie eine Reihe von Seen. In der Grenz­beschreibung des Klosterbesitzes wird u. a. gesagt, daß er bis zum Dorfe Tankow" reichen solle.

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Im Jahre 1303 hören wir wieder von Tankow, und zwar wurde dort unter dem 14. September eine wichtige Urkunde aufgesetzt. Die Markgrafen Otto, Konrad, Woldemar und Johann von Brandenburg, die sonach wohl sämtlich in Tankow anwesend waren, verliehen der Stadt Kallies( Calis) 104 Hufen Acker, 50 Hufen Weide, Abgabenfreiheit auf sechs Jahre sowie andere Rechte, womit also die Gründung dieser Stadt vorgenommen wurde.

Für mehr als dreißig Jahre schweigen dann die Urkunden von Tankow. Erst vom 13. Juli 1334 liegt wieder ein dort abgefaßtes Schriftstück vor. Otto der Aeltere, Herr in Yleborgk, Obertruchseß der ganzen Mark über der Oder, und andere Räte und Hofleute des Markgrafen Ludwig von Branden­burg vermittelten an dem genannten Tage dort einen Vergleich zwischen dem Bischof von Lebus und der Stadt Frankfurt a. Oder.

Im März 1345 weilte Markgraf Ludwig selbst mehrere Tage in Tankow ( Tancko). Am 3. März unterfertigte er dort eine Schenkungsurkunde, durch die er der Stadt Neu- Landspergk( Landsberg a. d. W.) die Feldmark des wüst liegenden Dorfes Dessen( Dechsel) als Ersatz für einen durch Feuers­brunst angerichteten Schaden überwies; und am 5. März einen Brief", der dem Rat und der Gemeinde zu Waldenberg( Woldenberg) als Entschädigung für die Verluste, welche die Stadt durch beständige feindliche Angriffe-er­litten hatte, Gefälle in Höhe von 24 Pfund Finkenaugen überließ. Am 11. No­vember desselben Jahres finden wir Ludwig wieder in Tankow. Diesmal wurde dort eine Verkaufsurkunde aufgesetzt. Für 56 Mark Brandenburgischen Silbers vereignete der Markgraf dem Nonnenkloster Zedin( Zehden) die slawischen Dörfer Kustriniken( Alt- Küstrinchen) und Rudonitz( Rüdnitz). Im Januar 1346, bei seiner nächsten nachweislichen Anwesenheit in Tankow befreite er die Stadt Kallies auf sechs Jahre von der Orbedé, damit sie den Betrag zur Befestigung der Stadt verwenden könne.

Am 4. Februar 1347 wurde zu Berlin eine Urkunde aufgesetzt, aus der sich ergibt, daß kurz zuvor, also gegen Ende Januar Markgraf Ludwig in Tankow Verhandlungen mit Thilo von Brederlow und dessen Sohn Henning geführt hatte über Ersatz, den er ihnen für Schädigungen leisten sollte, die sie im Kriegsdienste für ihn erlitten hatten. Er verlieh ihnen für immer die Geld-, Frucht- und Fleischbede sowie den Wagendienst in Simonsdorf bei Soldin. Eine zweite Urkunde, ebenfalls in Berlin ausgestellt, aber in Tankow verhandelt, sichert einer nicht genannten Stadt, vermutlich wiederum Kallies, gewisse Rechte zu, weil sie jenem Henning von Brederlow 90 Mark be­zahlt hatte.

Im Februar 1347 im Zusammenhang mit einer weiteren Anwesenheit Ludwigs in Tankow finden wir dann endlich eine Urkunde, die sich auf diesen Ort selbst bezieht und zeigt, daß er inzwischen zur Stadt erhoben ist. Am 18. und 19. Februar war der Markgraf in Tankow( Tankowe), und am 24. Februar stellte er in Frankfurt einen Brief aus, in dem er der ,, Stadt Tankowe" die bisher gezahlte Orbede( pensio annua) von 16 Mark Silbers