Am 1. August 1352 bekennt der Markgraf, daß die Ratmannen von Friedeberg ihm, als er neulich nach Krakau gereist sei, auf die Aufforderung seines Beamten, des Ritters Betkin von Ost, 70 Mark Brandenburger Silbers und Gewichtes in Tankow, Woldenberg und anderswo aufgenommen und ihm zur Deckung der Reisekosten gegeben hätten, wofür er ihnen von ihrer Orbede 7 Mark Silbers jährlich erläßt, bis die 70 Mark ausgeglichen seien. Am 13. September weilte Ludwig wieder in der Tankowschen Heide und stellte ,, in Merica Tankow" eine Urkunde aus, betr. den Erlaß der Orbede von Neu- Landsberg. Auch vom 6. Dezember desselben Jahres ist ein von ihm in Tankow ausgefertigter ,, Brief vorhanden; diesmal verpfändete er der Stadt Nuwen- Landisperg eine Wiese.
Am 17. Juni 1353 hören wir wieder von einer Verpfändung der Heide zu Tankow. In Nowa Berlin( Berlinchen) hatte sich Ludwig wieder einmal mit Beteka von der Ost zu vergleichen" und zwar wegen der Vogtei ,, Vp dissit der Oder", also in der Neumark. Diese Abrechnungen mit den Inhabern der Vogteien mögen oft viel Kopfzerbrechen gemacht haben; denn sie liefen stets darauf hinaus, daß der betreffende Vogt für allerlei Aufwendungen, sowie Bauten an den markgräflichen ,, Häusern" usw. erhebliche Summen zu fordern hatte, für die ihm dann mit einem Zinsfuß, den wir heute unbedingt wucherisch nennen würden, Einkünfte verpfändet wurden. So erhielt in diesem Falle der Ritter von der Ost für alles, was er auf die Vogtei gewandt hatte, von Ludwig verpfändet u. a. seine Heide zu Tankow, mit dem Heidehafer, der dazu gehört und von der Heide fällt, und die Bede von den Dörfern Brunsvelde( Braunsfelde) und Butzow( Büstow), auf so lange, bis er oder seine Erben die Summe, die er redlich berechnen wird, ihm auf Abschlag bezahlt. Dann sollen die Heide und die Bede wieder des Markgrafen sein, für 100 Mark Silbers 10( an Zinsen). Würde die Summe höher, als er in Heide und Bede findet, so soll ihm dafür mehr angewiesen werden im Lande zu Landsberg und zu Friedeberg, je für 100 Pfund 10 Pfund ( Zinsen) und für 100 Mark 10 Mark, so lange, bis ihnen ihr Geld vergolten ist... Weiter heißt es dann: Wegen Tankow der Stadt, und was dazu gehört, soll der Markgraf dem Beteke gönnen, was sie Rechts daran hätten. Die Verleihung der Stadt und der Heide an den Frankfurter Kaufherrn war sonach bereits wieder aufgehoben. Das ergibt sich auch aus einer zwei Tage später aufgesetzten Urkunde aus nowa Landesbergh: Markgraf Ludwig verleiht den Ratmannen und gemeinen Bürgern zu Tankow alle Gewässer, die zu Tankow gehören, nämlich den Tankower See und die Heidewasser, dergestalt und für immer, daß sie seine Garnmeister sein und ihm aus dem Tankowschen See von jedem Zuge allemal den dritten Fisch, und aus den Heidewassern den halben Zählfisch und auch einen Kascherfisch von jeglichem Zuge und jährlich zu Walpurgis als rechte Pflege 1 Mark Brandenburg. Silbers Wasserzins entrichten sollten.
Am 29. Dezember 1353 finden wir den Markgrafen wieder persönlich in Tankow, wo er eine auf Arnswalde bezügliche Urkunde ausfertigen ließẞ; und am 3. Januar 1354 fand dann in Soldin die weitere Auseinandersetzung mit Beteke von der Ost statt. Ludwig erklärt, daß er dem Ritter und seinen Erben die Summe von 1350 Mark Brandenburg. Silbers schuldig bleibt. Zu Außer ihrer Vergütigung fand eine ziemlich verwickelte Berechnung statt. den Beden der oben genannten beiden Dörfer Büstow und Braunsfelde mußte der Markgraf seinem Freunde als Erblehn die von Bredenstein( Breitenstein), Lichtenove und Mansveld( Mansfeld) überlassen, von denen die letztere aber erst von einem andern Ritter ausgelöst werden sollte; ferner die Beden von Laurentzendorp( Lorenzdorf) und Beyerstorp; des weiteren als Pfand den Zoll
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