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Nyen- Landesberg. Und dann heißt es weiter: Ludwig wollte ihn auch be-. freien von aller Ansprache( Ansprüchen), und namentlich von der des von Wedel wegen des Dorfes Ranslanstorp( Retzdorf), wie es der verstorbene rote Hasse( Hasso von Wedel) gehabt, und die Bede in dem Dorfe befreien, das er ihm für 3 Mark Silbers läßt; dann sollte die Heide von Tankow von ihm frei und los sein. Befreie er ihm das Dorf nicht, so sollten er und seine Erben die Tankowsche Heide als Pfand behalten.
Dieses Lieblingsjagdrevier der Markgrafen wollte Ludwig also gern wieder von der Verpfändung frei haben. Denn auch ihm war es ans Herz gewachsen; nie kam er in die Gegend, ohne auch in Tankow Aufenthalt zu nehmen. So sind wiederum Urkunden Ludwigs aus diesem Orte vom 21. und 23. Mai 1354 erhalten. Desgleichen eine solche vom 1. Dezember desselben Jahres. Sie beziehen sich aber alle drei nicht auf Tankow selbst, wohl aber ein„ Brief" aus Soldin vom 21. Februar 1355. Markgraf Ludwig der Römer überweist darin dem Peter- und Pauls- Altare in der Pfarrkirche zu Soldin, für sich und im Namen seines Bruders Otto, 4 Stück und 7 Schillinge Brandenburg. Pfennige aus dem Hufenzinse seines Städtchens( oppidi) Tanckow, der aber bezeichnenderweise noch dem von Rouber und einem von Schiltberg verpfändet war. Auch am 25. September 1355 weilte Ludwig wieder in Tankow und stellte dort zwei Urkunden aus. Dann ist seine Anwesenheit dort allerdings erst wieder am 1. und 3. Juli 1361 durch Vereignungen beglaubigt.
Im Jahre 1362 scheint Tankow durch ein größeres Brandunglück heimgesucht worden zu sein. Unterm 12. Juni erließ Markgraf Ludwig der Stadt auf drei Jahre die Hälfte der Urbede und gestattete ihr während dieser Zeit zu ihren Bauten das Holz aus der Tankowschen Heide zu entnehmen.
Bei der geplanten Teilung der Lande unter die Markgrafen Ludwig und Otto durch den Vertrag von Pirna am 29. April 1364 kam Tankow, das unter den Städten und Schlössern namentlich angeführt wird, mit dem ganzen Lande über der Oder an Otto. Aber schon waren die böhmischen Ränke gegen die bayrischen Markgrafen im vollen Gange. Im Juni desselben Jahres leisteten die Ratmannen und Bürger der neumärkischen Städte, unter denen auch Tankow urkundlich genannt ist, dem König Wenzel und dem Kaiser Karl IV. die Erbhuldigung, und Markgraf Ludwig erklärte sich am 25. Juni ausdrücklich damit einverstanden, während am folgenden Tage Markgraf Otto den Städten, unter ihnen Tankow, ihre Rechte nochmals besonders bestätigt und versprach, wenn die Teilung des Landes mit seinem Bruder Ludwig zustande komme, die Hälfte der Schulden des Letzteren zu übernehmen. Von einer Anwesenheit Ottos in Tankow hören wir nur am 26. April 1368 ( ,, Tanckow") und am 18. September 1368( ,, Tangov"). Bereits waren die Böhmen die eigentlichen Herren im Lande. In einer Urkunde vom 24. Juni 1370 aus Prag konnte Wenzel schon als König von Böhmen und Markgraf von Brandenburg seine Zustimmung zu dem Leibgedinge geben, das Markgraf Otto seiner Gemahlin Katharina, der Tochter Kaiser Karls IV., auf die neumärkischen Städte, darunter wiederum urkundlich Tankow genannt, verschrieben hatte.
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Daß auch das Haus Tankow" noch immer eine gewisse Bedeutung be-saß, ergibt sich aus einer Urkunde des Markgrafen Otto und des Herzogs Friedrich von Bayern vom 31. Dezember 1372, worin sie anerkennen, daß sie ihrem Rate Hasso von Wedel zu Uchtenhagen für Auslagen in der von ihm verwalteten Vogtei und in Kriegen noch 1225 Schock Prager Groschen schuldig seien. Sie verpfänden dafür Hasso und seinem Bruder Titze die Vogtei des ganzen Landes über Oder mit allen Einkünften und verpflichten