Heft 
(1920) 29
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BRANDENBURGIA.

Ueber Reste podolischer Rinder aus Berlin.

Von cand. med. vet. et phil. A. Kühnemann.

Unter dem Knochenmaterial des Märkischen Museums, speziell dem der Rinder, fand ich eine Reihe von Schädelfragmenten und Horn­zapfen, die insofern von einigem Interesse sein dürften, als sie ge­wissermaßen als Augenzeugen vergangener Zeiten, da in Berlin Russen mit ihrem Vieh anwesend waren, erhalten geblieben sind. Der Fund umfaßt die Katalognummern VIII 1051-1056. Diese Stücke sind im Jahre 1883 auf dem Klosterkirchhof zu Berlin zusammen mit etwa über 100 Resten von Rindern bei Kanalisationsarbeiten zwischen dem Küster­hause und der Kirche ausgegraben worden.

VIII 1051 ist ein Occipital- Frontalrest mit rechtem Hornzapfen, dessen Spitze defekt ist. Der Hornzapfen ist gestielt und läßt durch die Furchung seiner Ansatzstellen ebenso wie durch die tiefen Er­nährungsfurchen im Verlaufe seiner Länge auf ein hohes Alter des Tieres schließen. Achsendrehung nach hinten, nach vorn und oben. Seine Richtung geht nach außen und mit geringer Durchmesser an der Basis beträgt 6,1 cm, der horizontale 6,9 cm. Der Der vertikale Umfang 20,3 cm. Die Länge ist, da die Spitze abgebrochen ist, nicht meßbar; auch lassen sich Maße am Hinterhaupt, an der Stirn und in der Schläfengrube nicht feststellen.

VIII 1052 ist ein Occipital- Frontalrest mit linkem Hornzapfen. Der Hornzapfen ist gestielt und gehört den Ernährungsfurchen nach einem älteren Tier an, wenn es auch nicht so alt ist, wie das vorige Stück. Der Hornzapfen ist von oben nach unten etwas abgeplattet, jedoch ohne besondere Kantenbildung. Der vertikale Durchmesser beträgt

6,5 cm, der horizontale 8,1, der Hornzapfenumfang 23,5 m. Die Spitze ist nur sehr wenig defekt; die Länge an der äußeren Kurvatur beträgt ungefähr 33 cm. Die Hornzapfenrichtung geht nach außen, in langen Bogen allmählig nach oben und vorn umbiegend. Schädelbruchstellen nicht zu entnehmen. Maße sind an den

VIII 1053 ist ein Occipital- Frontalrest mit rechtem Hornzapfen. Der Hornzapfen ist gestielt und läßt durch die tiefen Ernährungsrinden auf ein hohes Alter des Tieres schließen. Die Hornzapfenrichtung geht nach außen in langen Bogen allmählig nach oben und vorn. Hornzapfenumfang beträgt 21,9; der vertikale Durchmesser 6,5 cm, Der der horizontale 7,4. Die äußere Kurvatur beträgt 30 cm. zapfen ist von oben nach unten abgeplattet, doch ohne Kantenbildung. Der Horn­Die halbe Hinterhauptsenge beträgt 8,1, somit die ganze 16,2 cm. Andere Maße sind am Schädel nicht zu entnehmen.

VIII 1054 ist ein Occipital- Frontalrest mit gestieltem linken Horn­zapfen. Das Stück gehört jedoch einem nicht ganz ausgewachsenen Individium an, auch ist die Basis der Hornzapfen defekt, so daß ich auf das Maßnehmen bei diesem Stück verzichten kann; es trägt aber penselben Typus wie die vorigen Stücke.

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